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Archiv für Februar 2012

Gefährlicher Irrtum: Strategiedefizite in der Hotellerie werden mit „turbulenten Zeiten“ legitimiert

Datum  27.02.2012, 15:02  Autor  Martin Schumacher Kategorie  Markt & Kommunikation, Unternehmen

Martin Schumacher

Gefährliche Fehlentwicklung: kurzfristiger Aktionismus ersetzt langfristige Strategie und klare Positionierung.

Aktueller Tenor in medialen Beiträgen, Büchern und Seminaren: Krisenzeiten erlauben keine langfristig ausgerichtete Strategie. Planung wäre unmöglich und verhindere spontanes Chancen-Management. Tatsächlich wird „Flexibilität“ jedoch nur als „Argument“ für fehlende Strategie missbraucht, eine überaus gefährliche und falsche Entwicklung, die in die Irre führen muss. Gerade in turbulenten Zeiten benötigen (Tourismus)-betriebe eine klare Linie, wenn sie auch in ein paar Jahren noch erfolgreich am Markt bestehen wollen. weiterlesen

Wirtschaft braucht stabile Verhältnisse

Datum  23.02.2012, 22:02  Autor  Ribing Rainer Kategorie  Allgemeines

Ribing Rainer

Haben Sie Angst vor Veränderung?
Nein, ich habe Mut zur Beständigkeit!

Nachdem die Politik mit Rettungsmaßnahmen dem Finanzmarkt unter die Arme gegriffen hat, feiert dieser munter weiter als gäbe es kein Gestern. Vielmehr noch. Als Dankeschön wird eifrig gegen den Euro spekuliert.  Wieder einmal werden mehr die Auswirkungen des neoliberalen Finanzmarktes behandelt, zu wenig jedoch seine Ursachen. Uns verkauft man das als „Wandel“. Wow, was für ein Wandel! In Wahrheit drehen wir uns mit 300km/h im Kreis und wundern uns, dass uns dabei übel wird.
Die Wirtschaft entwickelt sich besser bei kalkulierbaren Wechselkursen, Rohstoffpreisen oder Zinssätzen. Haben Sie einen Fremdwährungskredit? Wer hat Ihnen diesen empfohlen?
Die Wirtschaft braucht kalkulierbares Risiko, ansonsten wird sie zur Spekulation, und das war noch nie nachhaltig. Mut kann man ohnedies nicht kaufen. Beim Kongress der ÖHV hat Mathematiker Rudolf Taschner den mathematischen Beweis für die Sinnhaftigkeit von Pflichtmitgliedschaft geliefert. Das Ganze nennt sich Spieltheorie. Kurz: Wenn alle mitmachen (müssen), schaut am Ende mehr für jeden Einzelnen raus. Auf den Punkt gebracht hat es Stephan Schulmeister (WIFO) im Ö1 Morgenjournal: „Solidarität ist ein Eigennutz höherer Ordnung.“ Und dafür brauchen wir keinen Wandel, sondern ein zielstrebiges Voranschreiten zu alten Werten. Und das gemeinsam.

Die Sache mit der Verantwortung

Datum  20.02.2012, 15:02  Autor  Ulrike Reisner Kategorie  Markt & Kommunikation

Ulrike Reisner

Manchmal hat es der Tourismus nicht leicht: zuerst hanteln sich die Medien von einer Wetter-Katastrophe zur nächsten (zu warm, zu kalt, zu wenig Schnee und dann wieder zuviel) und dann gerät auch noch ein Mitglied des niederländischen Königshauses unter eine Lawine. Die nunmehr (auch nach dem Lawinentoten in Ischgl) entflammte Debatte rund um die Sicherheit abseits und auf den Pisten braucht der österreichische Tourismus mitten in der Faschingswoche so notwendig wie einen Kropf – zumal es sich beim niederländischen Prinzen nicht nur um eine Persönlichkeit des öffentlichen Lebens sondern um einen hohen Repräsentanten eines wichtigen Stammgästemarktes handelt. weiterlesen

Stille Giganten

Datum  14.02.2012, 17:02  Autor  Ulrike Reisner Kategorie  Markt & Kommunikation, Politik

Ulrike Reisner

Markus Söder, betender Gläubiger ohne Kronprinzenallüren und daher bayerischer Finanzminister, durfte jüngst die Erfolgsbilanz der Bayerischen Burgen und Schlösser präsentieren: 5 Millionen Besucher im Jahr 2011, ein Plus von 7,4 Prozent und satte 59 Millionen Euro Einnahmen (+12 Prozent). Das freut in Zeiten wie diesen, wo die deutsche Finanzpolitik im Bermudadreieck Eurozone – Sparpakete – Dax-Kurs nicht wirklich fröhliche Urständ´ feiert. Wenn sich Herr Söder damit brüstet, dass “seine” Burgen und Schlösser ihre Betribskosten zu nahezu 100 Prozent durch eigene Einnahmen decken, müssen wir ihm dies zunächst einmal glauben. Altehrwürdige Gemäuer sind nun mal keine Immobilien mit hohen Renditen, doch umso attraktiver für Tagesgäste und andere Besucher. In Österreich führt Schloss Schönbrunn mit 2,6 Millionen Besuchern (2010) die Hitliste der Burgen und Schlösser, aber auch der Wiener Attraktionen an. Doch auch Salzburg meldet aktuell gute Zahlen: die vier Liegenschaften Festung Hohensalzburg, Residenz zu Salzburg, Erlebnisburg Hohenwerfen und Burgerlebnis Mauterndorf beispielsweise mit 1,14 Millionen Besuchern (+2,2 Prozent) im vergangenen Jahr. Zusammen mit allen andere Burgen und Schlössern in Österreich wahrhaft stille Giganten mit erheblichem “Mehr-Wert” für die Tourismus- und Freizeitwirtschaft.

 

Tourismusstimme der Woche: Michael Anfang

Datum  07.02.2012, 08:02  Autor  Stefan Kröll Kategorie  Markt & Kommunikation

Stefan Kröll

Seit Wochen wird hitzig über die zum Teil empfindlichen Erhöhungen der Kommissionen bei den führenden Buchungsplattformen diskutiert, Hoteliers rufen zum Boykott auf. In der „Tourismusstimme der Woche“ kritisiert Michael Anfang, Marketingleiter des Ötztaler Hotels „Edelweiss&Gurgl“, die Abhängigkeit der Hotellerie von externen Vertriebskanälen, die über viele Jahre kultiviert wurde. Im Gegensatz wurden die Hausaufgaben in Bereich der direkten Vermarktung und Buchbarkeit vernachlässigt, eine Tatsache, die sich nun vielfach rächt, so Anfang. Nach eigenen Angaben vermarkte sich das Hotel „Edelweiss&Gurgl“ sowohl im Winter als auch im Sommer erfolgreich eigenständig – ohne Buchungsplattformen und Sonderrabatte – dafür aber mit internem Anfragemanagement, professionell geschulter Verkaufsabteilung und optimierter aktiver Selbstvermarktung.

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Kreditklemme bei Firmenkrediten

Datum  02.02.2012, 16:02  Autor  Franz Hartl Kategorie  Allgemeines, Unternehmen

Franz Hartl

Wie die OeNB in ihrer jüngsten Umfrage feststellt, knausern österreichische Banken wegen der schlechten Konjunktur und der nach wie vor nicht gelösten Eurokrise bei der Vergabe von Firmenkrediten. Das trifft vor allem jene Branchen, die sehr langfristiges Kapital benötigen wie etwa die Tourismuswirtschaft.  Deren Rückgänge bei Krediten sind auch stärker ausgefallen als in der Gesamtwirtschaft (vgl. Tourismusbank-Blog). Der Grund dafür liegt in der schwierigen Refinanzierungssituation der österreichischen Banken und in den Kursrück­gängen bei europäischen Staatsanleihen, die als Sicherheit für großvolumige Finanzierungen hinterlegt werden können. weiterlesen

Die Weiterentwicklung von Destinationen

Datum  01.02.2012, 12:02  Autor  Peter Haimayer Kategorie  Allgemeines, Destinationen, Markt & Kommunikation

Peter Haimayer

Dass Destinationsmanagement einem steten Wandel unterlegen ist, haben vor allem die letzten zehn Jahre im deutschsprachigen Raum sehr deutlich gezeigt. Auf die Entwicklungen und den Status Quo bin ich in einem früheren Blogbeitrag bereits ausführlich eingegangen. In der aktuellen ÖHV-Destinationsstudie stellen die Schweizer Destinationsforscher Bieger, Lässer und Beritelli einen Entwurf zur Wahrnehmung der Destinationsaufgaben vor, der zum einen revolutionär ist, zum anderen jedoch aufgrund der Markterfordernisse zumindest in Ansätzen bereits von Destinationen praktiziert wird. weiterlesen

Was ist ein Leuchtturm?

Datum  01.02.2012, 10:02  Autor  Ulrike Reisner Kategorie  Innovationen, Markt & Kommunikation, Politik

Ulrike Reisner

In Oberösterreich wurden jetzt die ersten “Leuchtturmprojekte” vorgestellt: das sind der Idee nach solche Tourismusprodukte, die auf Grund ihrer “Strahlkraft” ganz besonders gut im Marketing einsetzbar sind. Landesrat Viktor Sigl möchte mit diesen Leuchttürmen Gäste für das ganze Land anlocken. Daher müssen die “Leuchttürme” besonders hell strahlen und den Weg (auch in stürmischen und dunklen Zeiten) weisen. Immerhin sollen sie im Marketing an vorderster Front wirken. Was aber ist ein “Leuchtturm” – so die heiß diskutierte Frage. Und woran misst sich seine Strahlkraft? Und kann man diese Strahlkraft “fördern”? Signifikant für solche Prozesse ist die leichte Enttäuschung, die eintritt, wenn die Theorie auf die Praxis trifft. So wird in Oberösterreich kritisiert, dass die Strahlkraft mancher “Leuchttürme” derzeit noch nicht einmal für das eigene Bundesland ausreiche. Konstruktive Stimmen meinen, dass die Aktion zumindest den Wettbewerb stimuliert. Das ist wahrscheinlich wahr. Denn in Zeiten knapper Ressourcen werden die Verteilungskonflikte zunehmen. Ob das die Kooperationsbereitschaft fördert, ist eine andere Frage.