Tourismusstimme der Woche: Petra Stolba
02.02.2010, 17:02
Stefan Kröll
Allgemeines, Markt & Kommunikation
Die Geschäftsführerin der Österreich Werbung über den Verlauf und die Zukunft der actb’10:
Petra Stolba, Geschäftsführerin der Österreich Werbung, zieht Bilanz über das angespannte Tourismusjahr 2009 und spricht über die Zukunft der Fachmesse actb. Die Entscheidung, auf die Nahmärkte zu setzen, war laut Stolba absolut richtig und die erfolgreiche Kampagne erfährt derzeit ihren Abschluss mit 1.600 TV-Spots, um Lust auf Winterurlaub in Österreich zu entfachen. 2010 müssen die gemeinsamen Anstrengungen im Tourismus weiterverfolgt werden, um bei prognostiziert gleichbleibenden Haushaltseinkommen die Zahlen wieder zu steigern.
Quelle: pressezone.tv
Tags: Österreich Werbung, pro.media kommunikation, Schlagwort hinzufügen, tourismusstimme
Beziehungskrise zwischen TW und ÖW müssen Hoteliers ausbaden
TW und ÖW sind sich immer noch nicht ganz grün. Die Zusammenarbeit des höchsten Tiroler Tourismusmarketingpools mit der ÖW funktioniert nicht wie sie soll. Dies zeigt uns wohl der Konflikt rund um die actb. Ganz offensichtlich kriselt es auf der Chefetage zwischen Petra Stolba und Josef Margreiter. Wie sonst kann es sein, dass persönliche Befindlichkeiten dem Wohl des österreichischen Tourismus vorgezogen werden?
Die wichtigste Tourismusmesse, die actb, soll es in Wien 2011 nicht mehr geben? Da stellt sich für die Tourismusunternehmen aber sofort die Frage, wo dann Verträge und Kontingente zentral verhandelt werden sollen. Soll dann jedes touristische Unternehmen seine Zielregionen und Reiseanbieter einzeln besuchen? Ich wundere mich über das geringe Marktverständnis der Verantwortlichen.
Da die actb nur noch alle zwei Jahre stattfinden soll, gibt es dazwischen Veranstaltungen in den Bundesländern. Doch das Konzept für die Tiroler Variante soll als Pilot erst im September 2010 vorgestellt werden. Ich vermute, dass die Österreich Werbung auf den begrüßenswerten Tiroler Vorschlag, eine eigene Tourismusmesse zu veranstalten, verschnupft reagiert. Die hier eingeschlagene Gangart der Verantwortungsträger im Tourismusmarketing halte ich für bedenklich und folgenschwer. Da wird eine funktionierende Institution gestrichen, bevor es für die Neue überhaupt ein Programm gibt. The ALPS kann eine Ergänzung zur actb sein jedoch keinesfalls ein vollwertiger Ersatz.
Web: http://www.austriatourism.com
Gerade das von Franz Hörl angesprochene Marktverständnis der Österreich Werbung und unser Wissen um die Bedürfnisse sowohl des heimischen Tourismus als auch der internationalen Einkäufer ist einer der treibenden Faktoren hinter den Weiterentwicklungen der actb. Wie auf der actb selbst (http://www.austriatourism.com/xxl/_site/int-de/_area/465220/_subArea/465255/_id/1259502/aussendungen.html) und in den vergangenen Tagen mehrfach betont, geht es nicht darum ein erfolgreiches Format zu stornieren, sondern unsere Aktivitäten den neuen Rahmenbedingungen beim Vertrieb touristischer Produkte anzupassen. Seit der ersten Messe im Jahr 1976 hat sich doch einiges geändert: Sowohl die wachsende Bedeutung des Internets als auch die weltweite Konsolidierung der Reisebranche durch Fusionierungen hat Auswirkungen auf die Vertriebssystematik. Diese bei künftigen Plänen nicht zu berücksichtigen, wäre für uns als nationale Marken- und Marketingorganisation unverantwortlich.
Hinter dieser notwendigen Weiterentwicklung von Plattformen Beziehungskisten zu vermuten, liegt vielleicht an der langjährigen (kommunal-)politischen Erfahrung des Autors – im konkreten Fall kann Entwarnung gegeben werden. Die Österreich Werbung sieht theALPS, wie schon bei der Pressekonferenz am 25.1. betont, als sinnvolle Ergänzung der eigenen Aktivitäten. Die Österreich Werbung unterstützt daher den für September 2010 geplanten Prolog von „the ALPS“ und ist auch Umsetzungspartner für die Großveranstaltung im Herbst 2011. Dabei geht es nicht um einen „Ableger“ oder Ersatz der actb, sondern um die Umsetzung eines neues Konzepts – einer zweiten actb im Westen hat übrigens zuletzt auch BM Mitterlehner in Zell am See eine Absage erteilt.
Unabhängig davon wird die ÖW zum einen für die kommende actb die Qualitätskriterien sowohl auf Anbieter- wie auch auf Einkäuferseite neu definieren. Ziel ist dabei “Qualität vor Quantität“ und insgesamt zufriedene Messeteilnehmer. Parallel dazu werden die Verkaufsplattformen in den Märkten ab 2010 sukzessive modernisiert und verstärkt. Für die Jahre zwischen der actb, beginnend mit 2013, wird die ÖW eine neue österreichische Verkaufsförderungsplattform mit dem Schwerpunkt “Erlebnis des Tourismuslandes Österreich” vorstellen. Ziel dabei ist es, eine innovative und effektive Verkaufsförderungsplattform in Österreich zu gestalten, die unserem Tourismusland im internationalen Wettbewerb Exklusivität verschafft und den geänderten Rahmenbedingungen der Geschäftslogik Rechnung trägt.
Web: http://www.tirol.at
Seitens der Tirol Werbung möchten wir die Ausführungen der Österreich Werbung von Rauch-Keschmann ausdrücklich bestätigen und unterstreichen. Wie auf der actb zuletzt mehrfach betont arbeitet die Tirol Werbung derzeit in Abstimmung und mit Unterstützung der Österreich Werbung am neuen Format “theALPS”. Dabei handelt es sich – auch das wurde vielfach betont – keinesfalls um eine Konkurrenzveranstaltung zur actb – vielmehr um ein neues innovatives Format, das die Anliegen der alpinen Tourismuswirtschaft zentral in den Mittelpunkt rückt.
Ein Prolog zum Auftakt zur neuen Lobbying Veranstaltung für den Alpentourismus wird am 13. und 14. September 2010 in Innsbruck stattfinden. “TheALPS” will zukünftig neue Dimensionen aufzeigen – als Forum für die Besten der Besten im Alpentourismus, in der Präsentation und Prämierung der spannendsten alpinen Angebote und der Entdeckung von Trends, Angeboten und Kontakten. Damit soll langfristig eine neue Trendbörse für den alpinen Tourismus etabliert werden. Es ist Fakt, dass die Tirol Werbung hier in sehr guter Abstimmung mit der ÖW arbeitet, um gemeinsam notwendige Innovationen für den Alpentourismus zu setzen. Daher sind „spaltende“ Kommentare in diesem Zusammenhang nicht Ziel führend und entbehren auch jeder Grundlage.
Web: http://www.interalp-touristik.com
Es war höchste Zeit, dass die Entscheidung gefällt wurde, das Konzept der actb zu überarbeiten. Gratuliere Frau Stolba, Sie haben eine richtige Entscheidung getroffen und ich hoffe, dass aus vertriebstechnischer Sicht ein innovatives und in allen Vertriebsrichtungen offenes Konzept die actb wieder zum Leben erweckt.
Als Vertreter und Sprecher der Tourismusbranche freut mich die Darstellung der beiden PRessesprecherinnen.
Schön, wenn die die Stimmung zwischen TW und ÖW bestens ist.
Trotzdem interessiert mich das konkrete Programm, die Inhalte und die Finanzierung für “theAlps”. Mir sind diese Punkte soweit leider nicht bekannt. Es ist für mich nicht verständlich, wie eine so wichtige Veranstaltung für den Tourismus auf so wackelige Beine gestellt werden kann. Fünf Minuten vor der Premiere kennt noch niemand den Aufbau des Stücks.
Positiv sehe ich allerdings, dass moderne Verkaufsplattformen geplant sind.
Interessant sind aber auch hier die Details zur Nutzung dieser innovativen Vertriebskanäle. Es fehlt an Information an allen Ecken. Trotz intensiver Bemühungen meinerseits kann ich keine transparente Kommunikation erkennen.
Web: http://www.reitarena.at
Das Problem liegt eigentlich beim aktuellen Zustand der ÖW.Es sind keine langfristigen Ziele und entsprechende Strategien erkennbar. Zuerst werden wir mit Schlagwörtern
wie “Internationalisierung” und “Globalisierung” bombardiert. Dann Finanzkrise und absolute Kehrtwendung mit Konzentration auf die bis dato angeblich bedeutungslosen und als Selbstläufer eigestuften Inlands- und Nahmärkte. Ein Hotelier der sich strategisch so verhalten würde läuft Gefahr im Fall der Fälle wegen fahrlässiger Krida eingesperrt zu werden.Wir werden noch in 100 Jahren in erster Linie von den Inlands- und Nahmärkten leben ! Auf der Suche nach neuen Gästezielgruppen sollen wir uns u.a. mit “Postmateriellen” und deren “Faszinationsfelder” beschäftigen. Eine unfassbare Mitarbeiterfluktuation in den Stabsstellen der ÖW beinahe im Monatswechsel. Zusatzbudgets z.B. 4 Millionen für die Sommerkampagne 09 werden in der Print- und Radiowerbung verbraten. Mit dieser Summe könnte man aktuell ca. 10 Millionen Userklicks aus dem Internet generieren ! Kein Wunder, dass unser Wirtschaftsminister kaum eine Gelegenheit auslässt um sich als Vordenker für den Österreichischen Tourismuus zu betätigen. Offensichtlich traut er diese Führungsaufgabe der aktuellen ÖW nicht zu.Es stellt sich die Frage: Welchen Sinn macht eine ÖW eigentlich in der derzeitigen Firmen- Verwaltungsstruktur. Die Bundesländer haben sich vor Jahren als Miteigentümer aus der ÖW verabschiedet. Also warum nicht konsequnet diesen Weg weiterverfolgen. Dies bedeutet eine massive Reduzierung an Aufgaben und Personal in der ÖW und Konzentration auf die wichtigsten Kernbereich wie die Marke Österreich promoten, PR + Pressearbeit, Eventorganistaion usw.. Wozu benötigen wir eigene ÖW Asulandsbüros in Japan, Indien usw. wenn die Wirtschaftskammer in allen bedeutenden Ländern ebenfalls Büros betreibt. Zusammenlegen !! Derzeit mit unnötige hohem Personalaufwand im eigenen ÖW Haus produzierte Leistungen auslagern und kostengünstiger zukaufen ! Arbeiten und Denken wie vernünftige Unternehmer ! Es könnten Millionen eingespart werden ! Es kann und darf nicht sein, dass wesentliche Teile des ÖW Budget als Verwaltungsaufwand benötigt werden und nur noch Minderbeträge für das echte Tourismusmarketing zur Verfügung stehen. Diese Millionen in ein Tourismusimpulsprogramm bei den einzelnen Bundesländer stecken, wo touristische Angebotsgruppen, Kooperationen und auch Einzelunternehmer ihre Marketingprojekte zur Förderungsbeteiligung einreichen können. Dadurch würde man einen riesigen Multiplikationsfaktor der einzelnen Marketingbudgets erreichen !
Web: http://www.youngaustria.com
Der Kommentar eines deutschen Einkäufers zur Neuerung actb nur noch alle 2 Jahre: “Irgendwie versteh ich das nicht – eingekauft wird doch jedes Jahr, nicht alle 2 Jahre?”
Aus seiner Sicht völlig logisch und aus Sicht der österreichischen Tourismuslandschaft das Eingeständnis, dass auf der actb ohnehin keine Verträge mehr gemacht werden. Oder doch?
Schade aus meiner Sicht auch, dass die ÖW immer noch keinen Kreuzer auf die Jugend setzt. Hier ist der Nachwuchs für Österreichs Skipisten zu suchen. – Günstiger und nachhaltiger als mit 1.600 TV Spots.
In der Volltextsuche auf der ÖW Homepage landet man mit dem Wort “Jugend” exakt 15 Treffer. – Davon ist 1 Treffer relevant. Winter und Jugend – Fehlanzeige.
Mit dem Suchwort “Wellness” hat man mehr Glück. 13.000 Ergebnisse liefert der ÖW Webauftritt.
Das stimmt mich nachdenklich.
Web: http://www.austriatourism.com
Ohne auf die großteils polemischen Vorwürfe von Alfred Geiger eingehen zu wollen, darf ich doch meiner Verwunderung Ausdruck verleihen: Von einem langjährigen Partner, mit dem wir seit Jahren in engem Kontakt stehen und der mit seiner Angebotsgruppe Marketing-Leistungen der Österreich Werbung zur Verfügung gestellt bekommt, hätten wir uns eine ernsthaftere Auseinandersetzung mit unserer Arbeit erwartet. Sollte seitens des Autors Interesse an einer solchen bestehen, steht die Österreich Werbung jederzeit gerne für konstruktive Gespräche zur Verfügung.
Web: http://www.reitarena.at
Kritik und Tatsachenfeststellungen grundsätzlich als Polemik abzuqualifizieren und dann zur Tagesordnung übergehen grenzt an Realitätsverweigerung.Es verwundert auch nicht, das der Pressestelle der ÖW offensichtlich nicht bekannt ist, dass diesbezügliche Geprächstermine schon längst terminisiert sind.