Der Absturz des Euro gegenüber dem Schweizer Franken ist fürs heimische Tourismusangebot nicht unbedeutend: Der Österreich-Urlaub wird für Schweizer billiger und der Mitbewerber Schweiz leidet unter einem saftigen Preisanstieg für ausländische Gäste. Die Schweizer werben daher intensiver und kreierten den Slogan „Schweiz statt Geiz“ und investieren die Rekordsumme von 48 Mio. CHF in die Sommerkampagne.
Starke Nerven brauchen aber die vielen heimischen Hoteliers, die auch CHF-Kreditschuldner sind: Alleine in Tirol ist die Tourismusfinanzierung in Franken 1,2 Mrd. Euro schwer! Für Kreditnehmer bedeutet der aktuelle Kurs erhebliche Mehrkosten. Jeder einzelne Franken-Schuldner sitzt auf nicht realisierten Kursverlusten von bis zu 28%! Dieser Betrag muss auch in die jährliche Bilanz übernommen werden und drückt die Eigenkapitalquote weiter nach unten. Neufinanzierungen sind teurer und schwieriger und könnten am Ende des Tages das Angebot schwächen.
Auch die TAI hat sich dieser Thematik angenommen. Wir haben exklusiv für den TP-Blog Volkswirt-Herausgeber Ronald Barazon zum Interview gebeten:
Die Schweiz freut sich. Ein Plus von 1,7 % bei den Übernachtungen macht das Tourismusjahr 2010 zu einem Erfolg. Während die Nachfrage aus den USA, China, Indien und den Golfstaaten boomt, sanken die Übernachtungen aus den fünf wichtigsten Euro-Ländern (Deutschland, Frankreich, Italien, Belgien und den Niederlanden) um 3,2%. Der “starke Franken” macht dem Tourismus zu schaffen, und Dank der jüngsten politischen Ereignisse in Nordafrika scheint sich an diesem Umstand auch so rasch nichts zu ändern. weiterlesen
Aufregung bei unseren Schweizer Nachbarn: namhafte Branchenvertreter kritisieren die Preiskampagne, die Schweiz Tourismus im Zuge der Werbeoffensive fährt. Kernpunkt der Kritik: man können nicht “best value” predigen und dann mit Dumpingpreisen Gäste locken. Am Preis scheiden sich die Geister: die einen fürchten um ein eingeführtes, qualitativ hochwertiges Tourismusprodukt; die anderen sehen im Zuge von Rezession und Buchungsrückgängen ihre Felle davonschwimmen. In Deutschland geht man´s pragmatisch an: “Qualität mit Preisgefühl“, so die Devise. Alles in allem: der Preis rückt immer stärker in den Vordergrund!
Am 1. April sind kleine (und manchmal) auch gemeine Scherze an der Tagesordnung. In der Kategorie “sehr kreative PR” ist eine aktuelle Aussendung von Schweiz Tourismus einzuordnen. Pünktlich (und für die Medien bestens zeitlich abgestimmt) kam gestern die “1. April-Aussendung” von Schweiz Tourismus – und bringt mit Sicherheit viele Medienleute zum Schmunzeln. So kann man selbst den Pickel in die Hand nehmen – die Konkurrenz im Tal stehen lassen – und den Gipfelsieg für launige und effektive PR genießen. Also – unbedingt das Video ansehen! www.felsenputzer.ch
Davos steht mit dem World Economic Forum derzeit im Zentrum des Medieninteresses, hofft man dort doch, die Weichen für die Zeit nach der “Krise” stellen zu können. Dass der Schweizer Bundespräsident Hans-Rudolf Merz in seiner Eröffnungsrede eine Wertediskussion in der Wirtschaft und mehr Mut zur Innovation einmahnte, war wohl weniger überraschend als die leidenschaftliche Absage des russischen Ministerpräsidenten Vladimir Putin an zuviel Staat. weiterlesen