4. April 2019 | 14:56 | Kategorie:
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Shared-Mobility im Tourismus: Mehrwert für Gast und Umwelt schaffen

Car-Sharing, (E-)Bikes, Elektroroller: Was sich in großen Städten schon längst etabliert hat, nimmt aufgrund des Wandels im Mobilitätsverhalten und dem steigendem Umweltbewusstsein der Österreicher nun auch im ländlichen Raum immer mehr Fahrt auf. Tourismusanbieter sollten sich deshalb jetzt mit dem Thema Shared-Mobility und innovativen Leihkonzepten auseinandersetzen, um Urlaubern einen echten Mehrwehrt für ihren Aufenthalt zu bieten.

Blicken wir zuerst auf Österreichs Städte: Citybike-Verleihstationen und Car-Sharing gibt es in Wien schon seit vielen Jahren. Seit vergangenem Herbst prägen außerdem leihbare elektrische Tretroller das Stadtbild. Die Sharingriesen heißen Lime, Tier und Birds. An fast jeder Straßenecke stehen sie, für wenige Euro mietbar. Um von A nach B zu kommen, die Stadt zu besichtigen oder einfach nur um Spaß zu haben. Beliebt sind die Elektroroller nicht nur bei den Wienern, sondern auch Touristen erfreuen sich immer mehr am unverbindlichen Mietkonzept. Die Bedienung via App ist einfach, das Fahren funktioniert intuitiv und mit über 18 km/h gelangt man schnell zum nächsten Sightseeing-Hotspot. Weitere österreichische Städte wie Linz, Wels, Graz, Innsbruck oder Salzburg sollen dem Tretroller-Trend in naher Zukunft folgen.

Der Trend am Land

Innovative Mobilitätsangebote wie dieses sind aber nicht nur in der Stadt gefragt, auch am Land bieten sie enormes Potential, das aber vielerorts noch nicht ausgeschöpft wird. Der große Mobilitätstrend „Nutzen statt Besitzen“ breitet sich nämlich auch hierzulande aus und anstatt des eigenen PKWs nutzen viele Österreicher heute flexible, nachfragegesteuerte Mobilitätsservices privater und öffentlicher Anbieter (zunehmend auch „on-demand“ z.B. App-basierte Car- bzw. Ride-Sharing Angebote). In ländlichen Urlaubsregionen, in denen es nur eingeschränkten öffentlichen Verkehr gibt, werden solche Services für die Anreise und Mobilität vor Ort deshalb zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Einige Regionen in Österreich haben in diesem Bereich bereits Pionierarbeit geleistet – allen voran die Gemeinde Werfenweng in Salzburg. Ganz nach dem Motto „Urlaub vom eigenen Auto und trotzdem mobil“ wurden hier schon viele Ansätze zum nachhaltigen Verkehr vor Ort umgesetzt. Mit ihrem Angebot zur sanften Mobilität (SAMO) bieten sie Touristen die Möglichkeit, das Hochplateau mit einem geliehenen Elektroauto, E-Bike, Jetflyer – dem innovativen E-Quad – oder mit einem Velo Taxi zu erkunden.

Ähnliche Initiativen lassen sich im gesamten Alpenraum finden. Die „Alpine Pearls“ etwa, ein Zusammenschluss von 25 Urlaubsorten in den Alpen, bieten spezielle Angebote für einen Urlaub ohne eigenes Auto bei voller Mobilitätsgarantie vor Ort. Dieser beginnt bereits bei der autofreien Anreise mit Bahn oder Bus. Für die sanft-mobile Bewegungsfreiheit der Gäste stehen Shuttledienste, Wander- und Skibusse, Taxis sowie leihbare Elektro-Autos, Fahrräder und E-Bikes zur Verfügung.

Als touristischer Leistungsträger das lokale Mobilitätsangebot sinnvoll ergänzen

Wo innovative Mobilitätslösungen noch nicht in der Region verankert sind, bietet sich ein großes Potential für Tourismusbetriebe, diese Lücke für ihre Gäste zu füllen und sich dadurch einen Wettbewerbsvorteil zu schaffen. Aus diesem Grund bietet Eurotours schon seit einigen Jahren Urlaubspackages inklusive E-Bike Verleih in über 50 Destinationen in Österreich, Deutschland und der Schweiz an. Gäste bekommen für die Dauer ihres Aufenthalts E-Bikes zur Verfügung gestellt und können so die Umgebung klimafreundlich, flexibel und bequem erkunden. Auch die Nachfrage nach E-Mountainbikes ist sehr groß, da sich die Gäste erfahrungsgemäß nicht nur in der Ebene, sondern verstärkt auch am Berg mit dem Elektro-Fahrrad bewegen möchten. Aktuell hat Eurotours für diese Angebote über 600 E-Fahrräder täglich in der Vermietung.

Auch Hotels, die direkt Kooperationen mit Sharing-Partnern eingehen oder selbst E-Bikes zur Verfügung stellen, können sich damit von der Konkurrenz abheben, die diesen Service nicht anbietet. Hat man dazu noch Tipps für geeignete Fahrrad-Routen in der Region für die Gäste auf Lager, kann man ihnen einen deutlichen Mehrwert für ihren Urlaub bieten. Ähnliche Konzepte sind natürlich auch für andere Leihfahrzeuge oder für Car- oder Ride-Sharing denkbar.

Shared-Mobility Konzepte sind also keineswegs nur ein Thema für Städte. Am Land oder in den Bergen stellen sie für Gäste ebenfalls attraktive Zusatzleistungen für Touristen dar und gewinnen aufgrund des sich wandelnden Mobilitätsverhaltens immer mehr an Bedeutung. Es lohnt sich also für österreichische Tourismusbetriebe, sich bereits jetzt mit dem Thema auseinanderzusetzen, sich verschiedene Sharingdienst-Anbieter anzusehen und Partnerschaften einzugehen. Davon profitiert im Idealfall der eigene Betrieb, die Gäste und nicht zuletzt die Umwelt.

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