25. Mai 2020 | 10:33 | Kategorie:
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Tourism 4 Future: der Musketier-Effekt

Beim Titel habe ich etwas gezögert. Alexander Dumas hat seine Musketiere ausschließlich männlich besetzt. Meine Musketiere hingegen sind Frauen und Männer. Sie treten an, um die Konkurrenzkultur zu Fall zu bringen. Denn diese behindert echte Partnerschaft als kollektive Intelligenzquelle.

Was meine ich mit echter Partnerschaft?

Unternehmens-Partnerschaften im Sinne von Joint Ventures sind nichts Neues. Zusammenarbeit, getrieben vom Gewinnstreben und mit sprungbereitem Konkurrenzverhalten. Das meine ich aber nicht. Ich meine echte Zusammenarbeit, getrieben von gemeinsamem Lösungswillen und befeuert durch gegenseitige Sympathie. Ganz ohne Konkurrenz. Stattdessen mit Blick in eine lebenswerte Zukunft. Joint Future statt Joint Venture. Weil wir eben zusammen mehr erreichen als allein. Die Musketiere werden das bestätigen.
Klar müssen dabei die Zahlen, also Einnahmen stimmen. Aber sie sind nicht das vorrangige Ziel. Vorrangig ist die gemeinsame Problemlösung. Also nicht: Zuerst der Gewinn! Wenn wir damit vielleicht Gutes tun, dann bravo! Wenn aber nicht, machen wir es trotzdem!
Dieses Handlungsdenken hat ein Ablaufdatum.

Die Partnerschaft, die ich meine, verkehrt diese verquere, überholte Logik ins Gegenteil: die Problemlösung steht im Vordergrund, das Geldverdienen als notwendiger Nebeneffekt im Hintergrund. Das befreit, weil das Immer-mehr und Immer-schneller, das dem alleinigen Fokus Gewinn anhaftet, damit aus dem Blick gerät.
Großartig! Wir erfreuen uns an Problemlösungserfolgen statt an wachsenden Gewinnen!

Was ermöglicht diese echte Partnerschaft? 

Die Emotionen bestimmen unser Verhalten, hat der chilenische Neurobiologe Humberto Maturana festgestellt. Ich präzisiere die Frage daher: Welche handlungsleitenden Emotionen braucht partnerschaftliches Verhalten?

Mir kommen dafür auf die Schnelle einige Kandidaten in den Sinn: gegenseitiges Interesse, Empathie, Freude am gemeinsamen Gelingen, Zurückhaltung, Unvoreingenommenheit, Mut zum Loslassen eigener Gedanken. Der Leser / die Leserin möge diese Liste nach eigenem Gutdünken fortsetzen! Schicken Sie mir ihre Vorschläge! Ich ergänze die Liste gerne.

Diese Gefühlsmelange gilt es zu kultivieren

Damit sollte möglichst früh angefangen werden. Man stelle sich ein Bildungssystem vor, das diese emotionalen Zustände auf seiner Agenda hat! Es bietet Lerncurricula, in denen Lernende partnerschaftlich ein neues emotionales Paradigma einüben und kultivieren. Zugeben, als Lehrender praktiziere ich das bereits versuchsweise. Ein Hoch auf meine Hochschule!
Was wäre das für ein Typ Mensch, der sich hier entfaltet? Welche Art von Gesellschaft würde diese Art von Mensch im Miteinander schaffen? Welche Vorstellungen von einem guten Leben würden diese Menschen teilen? Was würde das für unser Ziel einer Klimaneutralität bis 2040 bedeuten?

Und schließlich: Würde nicht gerade der Tourismus davon profitieren, wenn partnerschaftliches Verhalten die Norm und ein Grundbedürfnis wäre? Denn darin wurzelt doch Gastfreundschaft als touristische Kerntugend: im umarmenden Bejahen der/des anderen.

R/Evolutionärer Tourismus

Anders gesagt: Der Tourismus erscheint mir als Quelle und Nährboden für diese emotionale R/Evolution höchst geeignet. Weil alle Beteiligten unmittelbar davon profitieren. Gast und GastgeberInnen. ChefInnen und MitarbeiterInnen. Natürlich auch Natur und Umwelt. Warum diese beiden? Weil eine partnerschaftliche Grundhaltung auch die lebende Natur miteinschließt. Das haben Grundhaltungen so an sich: Sie beziehen sich auf alles, womit der Mensch zu tun hat.

Was braucht es für diese touristische R/Evolution?

Wiederum auf die Schnelle erste Gedanken dazu:  Mutige GastgeberInnen, die partnerschaftlich damit beginnen. Kundige Prozess-BegleiterInnen, die das Beginnen nach Hebammenart unterstützen. Eine Politik, die das Unterfangen mit risikomindernden Subventionen ermöglicht. Zugleich bringt diese eine entsprechende Gesetzgebung auf den Weg, die Partnerschaften begünstigt. Eine Verwaltung, die dabei bereitwillig mitmacht und eventuelle bürokratische Hindernisse aus dem Weg räumt. Schulen und Hochschulen, die das Ganze begleiten, indem sie ihre StudentInnen daran teilhaben lassen.

Ist doch ein wunderbares Programm für den touristischen Neustart nach Corona!

„Erst das Miteinander, die Solidarität, Ideenreichtum und die Zusammenrottung im sozialen System haben uns so erfolgreich gemacht“, sagte die Wiener Psychotherapeutin Martina Leibovici-Mühlberger unlängst in der „Wiener Zeitung“.

Wie wahr! Wir müssen diese Erkenntnis nur wiederbeleben, um uns kulturell neu zu erfinden!

„… lasst uns Menschen sein. Jeder in seiner Art und an seinem Ort, vereint durch unsere Unterschiedlichkeit und unsere Liebe zum Leben, das uns alle vereint.“ (Kay Sara, im Standard).

Ja, ich habe zuvor die Liebe vergessen. Sie ist unverzichtbar für die MusketierInnen des Wandels.

26. Mai 2020, 5:20

Naturvermittlung mit Augustine
Fragen, sagen, in die Augen schauen,: = wie heißt DU, wie heißt Er, Sie, Es WIR IHR SIE in Deiner Sprache, angefangen mit den Menschen, den besonderen „Pflanzen“ die Vorort wachsen in der VHS Volkshochschule 1130 Hietzing Hofwiesengasse/Ecke Speisingerstrasse „Besuch“ machen, verweilen, sich und andere Gattungen, Menschen und Lebewesen, Pflanzen, Tiere, Steine, Erde und mehr kennen, wertschätzen LIEBEN lernen möchten…Schauen-Schätzen-Schützen

26. Mai 2020, 13:56

Die Liebe zum Leben verbindet uns Menschen. Wie wahr! Und was gehört zum Leben? Durch die Krise haben wir es wieder-erlebt, die Ruhe, die Natur, die Langsamkeit, die Entspannung, das Staunen. Die Natur ist das wesentlichste Element unseres Lebens: die Berge und Seen, die Wiesen und Wälder, die Pflanzen, Steine und die Tiere. Die Natur bietet uns nicht nur Lebens- und Erholungsraum zum Entspannen und Auftanken. Sie ist unsere Lebensgrundlage, sie schenkt uns gesunde frische Luft, gesundes Wasser und – bei gesunden Böden und einem intakten Ökosystem – auch gesunde Lebens- und Heilmittel. Die Liebe zum Leben umfasst aber auch die Menschen, denen wir uns verbunden fühlen.

Vielleicht mag sich jemand wünschen, ein Einsiedler zu sein oder in einer mit KI gesteuerten Raumkapsel im endlosen Weltall zu driften. Aber für viele gilt nun die neu- oder wieder-erlebte Haltung, dass wir einen auf Respekt – vielleicht sogar Liebe – und auf Wertschätzung basierenden Umgang mit dem pflegen, was uns am Wichtigsten ist: mit der Natur und den Menschen. Das ist die Basis für gelebte Nachhaltigkeit und für glaubhaft nachhaltigen Tourismus in Österreich.

Hier entwickelt sich die Vision, nicht nur den Tourismus nachhaltig zu machen, sondern Österreich als bestes Beispiel für ein nachhaltiges Land, das die Symbiose von Schönheit der Landschaft, ökologischen und klimaneutralen Gebäuden, herzlichen Menschen sowie Biodiversität und Gesundheit in all der Tiefe und Breite lebt und erlebbar macht.

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