18. Dezember 2018 | 20:57 | Kategorie:
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Aus für Kraftwerk? Gute Entscheidung!

Aus für das geplante Projekt Speicherkraftwerk Kühtai:Der Verwaltungsgerichtshof hat in seinem Erkenntnis vom 22.11.2018 Ro 2017/07/0033-8 das Erkenntnis des Bundesverwaltungsgerichtes betreffend die Genehmigung zur Errichtung und zum Betrieb des Speicherkraftwerkes SKW Kühtai aufgehoben. Das wird die Touristiker, darunter auch die Protagonisten des Wilde Wasser Projekts, im Stubai freuen, immerhin haben sie sich jahrlang dem Kampf gegen das Projekt gewidmet.

Bleibt zu hoffen, dass diese Entscheidung gegen irreversible Schäden und für die Umwelt auch all jene Repräsentanten des Tourismus erreicht, die glauben, ohne Rücksicht auf Verluste weiter erschließen zu können.

Denn wie der Fall des Speicherkraftwerks Kühtai zeigt, nützt es auch nichts, wenn der geneigte Gesetzgeber beispielsweise das Naturschutzgesetz im Sinne der Projektwerber novelliert.

P.S. vom 20.12.2018: Gerne reiche ich hier auf Grund zahlreicher Nachfragen den Volltext der Entscheidung nach.

18. Dezember 2018, 23:22

Die Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofs ist aus touristischer Sicht zweifelsohne erfreulich. Das nicht zuletzt auch deshalb, weil das Stubai seit einigen Jahren neben dem Winter konsequent auf den Sommertourismus setzt. In diesem Zusammenhang ist – wohl auch als Antithese zum Wasserentzug durch das geplante Kraftwerk – der WildeWasserWeg entstanden. Dieser führt von tief gelegenen Almen vorbei an großartigen Wasserfällen bis hinauf zu den Gletschern und bietet neben großartigen Naturerlebnissen spannende Einblicke in die vielfältigen Spielarten und Wirkungen des Wassers im Hochgebirge.

Es ist zu wünschen, dass die von Ulrike Reisner ausgesprochene Hoffnung zumindest ein Stück weit in Erfüllung geht und die mit der Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofs verbundene Botschaft auch die Promotoren einer immer weiter voranschreitenden touristischen Intensiverschließung erreicht – und von diesen auch verstanden wird.

Erster Adressat ist dabei wohl das Stubai selbst, wo touristische Repräsentanten ganz offensichtlich eine Doppelstrategie fahren und nach wie vor skitechnische Erschließungspläne inkl. Skigebietsverbindungen wälzen, über die man trefflich streiten kann.

19. Dezember 2018, 19:57

Liebe Frau Reisner!
Was hat das Eine mit dem Anderen zu tun, wenn wir um unser Wasser kämpfen. Wir haben WildeWasserWege um ca. 3 Mill. Euro gebaut und Zählungen der Sportuniversität Köln ergaben weit über 300.000 Leute pro Sommer von Ende Mai bis Anfang November, die unsere Wege besuchten. Und nicht nur das: Wir brauchen das Wasser ganz sicher auch in 30 – 50 Jahren als Trinkwasser für das Stubai, wir wollten es auf keinen Fall den Amerikanern überlassen, um es dann wieder zurück zu kaufen. Und über Schigebietsverbindungen im Stubai überlassen Sie uns das besser selber, wir brauchen kein Zuredner von außen.
Sepp Rettenbacher
Obmann Tourismusverband Stubai Tirol

20. Dezember 2018, 9:44

Lieber Herr Rettenbacher!

Ich bin der festen Überzeugung, dass Umweltschutz nicht teilbar ist. Deshalb bin ich der Meinung, dass ein wesentlicher Aspekt aus der Auseinandersetzung rund um das Speicherkraftwerk besser heute als (über)morgen auch im Tourismus diskutiert werden muss: Bei großflächigen und irreversiblen Eingriffen in Umwelt und Natur kann nicht mehr unreflektiert mit einem überwiegenden öffentlichen (wirtschaftlichen) Interesse argumentiert werden. Der Preis dafür ist für die kommenden Generationen zu hoch.

20. Dezember 2018, 14:39

Hier der Volltext der Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofes:

https://www.vwgh.gv.at/rechtsprechung/aktuelle_entscheidungen/ro_2017070033.pdf?6rl0ia

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