2. Oktober 2021 | 17:00 | Kategorie:
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Willkommen zurück!

Die strategische Bedeutung der Wintersaison 2021/2022 könnte für den heimischen Skitourismus kaum größer sein. Trotz fortdauernder COVID-19-Pandemie lebt die Chance auf einen relativ guten Geschäftsgang, wenn Österreich von „Reisebeschränkungen“ verschont bleibt. Denn von mehr als 50 Millionen Skier Days vor Corona sind rund 84 % auf Gäste aus dem Ausland entfallen. Angesichts von mehr als zehn Milliarden Euro, die volkswirtschaftlich auf dem Spiel stehen, dürfen wir Herkunftsländern ja keinen Anlass geben, an der epidemiologischen Sicherheit des Skisports bzw. Winterurlaubs in Österreich zu zweifeln. Vor diesem Hintergrund sind die seitens der Bundesregierung angekündigten Winterregeln zu verstehen.

Nadelöhr Liftkasse

Vermutlich ab 1. November werden Gäste nicht nur in Beherbergungs- und Gastronomiebetrieben, sondern auch bei Skigebieten „Nachweis über eine geringe epidemiologische Gefahr“ führen, also die 3-G-Regel einhalten müssen. Im Gegenzug entfallen die aus der vergangenen Wintersaison bekannten Mindestabstände und Kapazitätsbeschränkungen bei geschlossenen Fahrbetriebsmitteln*. Angreifbar ist daher das „Zusammenströmen größerer Menschenmengen“ lediglich in Bereichen, für die 3-G gerade noch nicht gilt – also beispielsweise bei Liftkassen. Seilbahnbetreiber werden in ihren COVID-19-Präventionskonzepten alle Möglichkeiten forcieren, um dort lange Anstellzeiten zu vermeiden, weiterhin eng mit der jeweils zuständigen Gesundheitsbehörde zusammenarbeiten.

Alternative Verkaufs- und Kontrollkanäle

Bei Aufenthaltsgästen gilt es Verkauf der Liftkarte und in Zeiten wie diesen auch 3-G-Kontrolle noch stärker an den Beherbergungsbetrieb zu übertragen, bei Tagesgästen sollte das Online-Ticketing ebenfalls beide Aspekte abdecken. Die Maxime muss lauten, dass möglichst viele Gäste das Skigebiet ohne weiteren Verkaufs- und/oder 3-G-Kontrollvorgang im Bereich der Liftkassen betreten können. Die gesamte Branche verlässt sich darauf, dass Skidata und Axess als Weltmarktführer bei Zutrittssystemen genau das ermöglichen. Gäste müssen entweder online oder – wenn nicht anders möglich – eben an der Liftkasse den 3-G-Nachweis erbringen; dies mehrmals, wenn die Gültigkeitsdauer des Kartenproduktes jene des Nachweises übersteigt.

Positivbotschaft

Wie in Episode 11 des Podasts „Pistenkilometer“ ausführlich mit Klaus Grabler von MANOVA besprochen war die vergangene Wintersaison nicht nur betriebswirtschaftlich desaströs, sondern könnte – z.B. durch weniger Einsteiger- und mehr Aussteiger*innen – mittel- und langfristig negativ wirken. In den 12 Wochen bis Weihnachten muss unsere gemeinsame Frohbotschaft sein, dass heuer der Skiurlaub wieder möglich ist — und zwar auf eine sichere, aber auch komfortable und freudvolle Arte und Weise. Unsere Gäste werden COVID-19-Präventionsmaßnahmen wie 3-G-Regel oder in manchen Bereichen wieder FFP2-Masken hoffentlich gerne mittragen, wenn diese gut organisiert sind und das gewohnte Skivergnügen überhaupt erst ermöglichen. Dann kann es millionenfach heißen: „Willkommen zurück – wie schön, dass du wieder da bist!“

 

*) Der Stufenplan der Bundesregierung sieht vor, dass bei Überschreitung von österreichweit 400 durch COVID-19-Patient*innen belegten Intensivbetten – einmal abgesehen von Impf- und Genesungszertifikaten – nur mehr PCR-Tests (derzeit in Wien 48, sonst 72 Stunden ab Probenahme) gültig sind. Über diese 3. Stufe hinausgehende Maßnahmen wurden bisher nicht veröffentlicht. Als Signalwert für ein sehr hohes Systemrisiko gilt mehr als 33 % der Gesamtkapazität (>660 Intensivbetten), was bisher an insgesamt 16 Tagen – allesamt in der zweiten Welle – der Fall war.

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