5. Juli 2022 | 14:37 | Kategorie:
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Betriebsschließungen: Nur Konzentration oder Rückzug?

In Großbritannien wird der ungebremste Rückzug der Pubs allerorten beklagt. In den letzten 10 Jahren sind so 15 % der Zufluchtsorte für Durstige und Einsame verloren gegangen. Der Blick in die heimische Statistik zeigt allerdings ein ähnliches Bild. Im Lauf der letzten Jahre sind jährlich durch Betriebsschließungen und Insolvenzen mehr Unternehmen verloren gegangen als neue gegründet wurden. Die Zahl der Beherbergungs- und Gastronomieunternehmen hat so in den letzten 10 Jahren um etwa 8.000 abgenommen.

Im selben Zeitraum hat die Zahl der Unternehmen insgesamt zugenommen, wenn auch nur in geringem Ausmaß. Es liegt also nicht am mangelnden Willen zur Selbständigkeit, warum Hotellerie und Gastronomie ihren Glanz verloren haben. Die Pandemie hat der Reisetätigkeit insgesamt schwer zugesetzt und die aktuell herrschende Personalknappheit hat auch schon manchen Unternehmer dazu veranlasst entweder die Öffnungszeiten einzuschränken oder überhaupt das Handtuch zu werfen.

Konzentrationsprozess in der Hotellerie

Zumindest was die Hotellerie betrifft zeigt jedoch ein Blick auf die Statistik, dass wohl weniger Unternehmen (- 14 % in neun Jahren) eine insgesamt höhere Bettenkapazität (knapp + 2 %) anbieten können. Das zeigt einen fortlaufenden Konzentrationsprozess, der letztendlich wohl auch zu mehr Professionalität und wettbewerbsfähigeren Betriebsgrößen führt.

Chancen für die Zukunft intakt

Angesichts des bereits bestehenden hohen Tourismuslastigkeit der österreichischen Volkswirtschaft ist es nicht verwunderlich, dass andere Branchen ein stärkeres Wachstum verzeichnen können. Die Gastronomie wird vor allem in ländlichen Gebieten durch Sparverhalten der Konsumenten und Mitarbeiterknappheit zu kämpfen haben. Aber die Voraussetzungen für eine gesunde Weiterentwicklung der Hotellerie sind über weite Strecken gegeben: Angesichts immer heißer werdender Sommer sind die Chancen der wasserreichen und kühlen Alpen intakt. Hohe Treibstoffkosten und problembehaftete Flugverbindungen tun ein Übriges um die Erholung in der Nähe der Quellmärkte attraktiv zu machen.

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Die hohen Energiekosten...
  • ...müssen die Tourismusbetriebe großteils selbst schlucken.
  • ...müssen vom Staat abgefedert werden.
  • ...müssen auf die Preise umgelegt werden.
  • ...werden uns erhalten bleiben.
  • ...sind nur durch nachhaltige Lösungen zu senken.
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