4. Juli 2022 | 10:16 | Kategorie:
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Crowd-Investment: Win-win für Betriebe und Anleger

Ja, die Reiselust steigt – alle wollen Urlaube und lange aufgeschobene Erkundungstouren jetzt erleben. Und Österreich steht mit seinem touristischen Angebot hoch im Kurs. Also winkt jetzt das große Geschäft? Ja und nein.

Auch wenn viele Tourismusbetriebe pandemiebedingt staatliche Hilfsgelder erhalten haben, kämpfen sie jetzt mit explodierenden Kosten im operativen Bereich. Und noch dramatischer: die meisten können geplante und notwendige Investitionen derzeit einfach nicht stemmen. Das ist einerseits auf das ausgebliebene Geschäft in der Pandemie zurückzuführen, aber die Ursachen hat es auch schon vor Corona gegeben. Denn schon vor Lockdown und Co. hatte ein Drittel der touristischen Betriebe ein Minus beim Kapitel Eigenkapital zu verzeichnen.

Wolfgang Kleemann, ehemaliger Generaldirektor der Hotel- und Tourismusbank befürchtet, dass in der Pandemie weitere dazugekommen sind, die ihre Eigenmittelreserven aufbrauchen mussten, um zu überleben. Die Rücklagenkassen sind also leer und damit beginnt ein Teufelskreis in Sachen Bankfinanzierung.

Regulatorien als Kreditbremse
Auch wenn sich Banken engagieren und teilweise durchaus erfolgreich um Finanzierungen im Tourismus bemühen, um eine eiserne Grundregel bzw. Vorschrift kommen sie nicht herum: Mit negativem Eigenkapital können Investments nicht finanziert werden. Ohne Investments kein attraktives Angebot im Betrieb, ohne Angebot weniger Gäste… Sie ahnen, wie die Spirale weitergeht.
Wenn die Banken nicht mitspielen (können), woher also frisches Geld bekommen? Neue Ideen sind gefragt!

Crowd-Investment als innovativer Weg
Eigentlich ist die Situation kurios: auf den Banken liegen private Sparguthaben in der Höhe von rund 18 Milliarden Euro (2019). Und die Sparer zahlen dafür de facto Aufbewahrungszinsen. Warum also nicht diese Gelder im Tourismus investieren?

Das Instrument dazu ist keine ganz neue Erfindung. Crowd-Investment gibt es schon in Österreich. Populär in der breiten Masse angekommen ist diese Finanzierungsform noch nicht – zumindest nicht bei den Sparern. Dabei kann es die klassische Win-win-Situation geben. Den Betrieben ist mit frischem Geld geholfen und die Geldgeber können am Erfolg der Betriebe „mitnaschen“ und sei es – neben Zinsen – in Form von Goodies wie Upgrades, Gratis-Aufenthalten usw.

Crowd-Investment hat in der Finanzwelt nicht nur für Begeisterung gesorgt. Der Bankensektor war und ist aus nachvollziehbaren Gründen abwartend bis skeptisch. Dabei sind durchaus auch Banker – wie der schon zitierte Wolfgang Kleemann – glühende Verfechter des Crowd-Investments. Warum, das erklärt Kleemann übrigens in der aktuellen Folge des Podcasts „Bergegnungen“ von Vitalpin. (https://podcast.vitalpin.org/1798889/10821194-crowdinvesting-ein-neues-finanzierungssystem-fur-den-tourismus).
In diesem launigen Gespräch führt der renommierte Banker und Touristiker aus, warum Crowd-Investment nicht nur lohnend, sondern auch „sexy“ für Anleger sein kann.
Das Resümee vorweggenommen: wie so oft im Tourismus brauchen wir Innovation und neue Ideen – denn mit den alten werden wir die aktuellen Probleme nicht lösen!

4. Juli 2022, 13:53

Definitiv ein Werkzeug. Darüber läßt sich die Finanzierung der gesamten Wertschöpfungskette vom Gast, über Zulieferer bis zum Endprodukt intern abdecken & organisieren. Es wird untereinander finanziert, was für Beteiligte Sinn macht. Das geht – in dieser Form gedacht – weit über den Nutzen einer reinen Finanzierung hinaus und führt zu einer stärkeren Bindung untereinander, entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
Aus diesem Gedankengut ist das Crowd Financing Gesetz in Österreich zudem entstanden, hier nachzulesen …

https://gea-waldviertler.de/engagement/gea-vs-fma/

In Zeiten wie diesen lohnt es sich außerhalb der Box zu denken.

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Die hohen Energiekosten...
  • ...müssen die Tourismusbetriebe großteils selbst schlucken.
  • ...müssen vom Staat abgefedert werden.
  • ...müssen auf die Preise umgelegt werden.
  • ...werden uns erhalten bleiben.
  • ...sind nur durch nachhaltige Lösungen zu senken.
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