2. November 2022 | 11:30 | Kategorie:
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Die Finanzierung wird teurer – und einiges andere auch

Die bisherige Erzählung zur Ertragslage der Tourismusunternehmen fußte (abgesehen von Pandemiezeiten) auf zwei wesentlichen Aussagen: Die Ertragslage war schon einmal besser aber dank außerordentlich günstiger Zinsen ist die wirtschaftliche Situation im grünen Bereich.

Dieses Bild muss nun gründlich revidiert werden. Die Preise vor allem für Energie in jeder Form haben sich massiv verteuert und auch die von allen anderen Vorprodukten haben sich erheblich erhöht.

Die Zinsen bewegen sich nach oben

Vor der Finanzkrise 2008 bewegten sich die EZB-Leitzinsen zwischen 2 und 5 %. Als Reaktion auf die damalige Krise senkte die EZB den Leitzins dramatisch ab. Von März 2016 bis Juli 2022 verharrte er auf einem Nullzinsniveau. Seit dem Auftreten einer unerwartet starken Inflation sah man sich zum Gegensteuern gezwungen und hat den Leitzins auf vorläufig 2 % angehoben. Damit sollen Kredite verteuert und die Nachfrage und die Inflation bekämpft werden.

Hat bisher die durchschnittliche Zinsbelastung (Quelle: Bilanzdaten Tourismusbank) knapp 2 % der Erlöse ausgemacht ist für das nächste Jahr mit einer Verdoppelung auszugehen. Dabei ist allerdings die für Jahresende vorgesehene weitere Anhebung der Leitzinsen noch nicht berücksichtigt.

Betriebliche Liquiditätsplanung gefragt

Im kommenden Jahr wird es wohl zu erheblichen Verschiebungen kommen. Verdoppelung von Energie- und Zinsaufwand, Inflation von Wareneinsatz und Personalaufwand einerseits werden auf Angstsparen der Gäste und die Notwendigkeit zu Preiserhöhungen mit noch unbekannter Auswirkung auf das Buchungsverhalten andererseits treffen. Da ist das Planungsgeschick der Unternehmer mehr denn je gefordert.

Bei all diesen Turbulenzen gibt es zumindest einen kleinen Lichtblick: Wie der soeben vergangene Sommer gezeigt hat – auch die Gäste suchen die Ablenkung von Krieg und schlechten Nachrichten gerne in einigen unbeschwerten Urlaubstagen und das bevorzugt nicht allzu weit entfernt von der eigenen Haustüre.

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Die hohen Energiekosten...
  • ...müssen die Tourismusbetriebe großteils selbst schlucken.
  • ...müssen vom Staat abgefedert werden.
  • ...müssen auf die Preise umgelegt werden.
  • ...werden uns erhalten bleiben.
  • ...sind nur durch nachhaltige Lösungen zu senken.
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