8. Juli 2018 | 09:32 | Kategorie:
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Jung tut und kann gut – die Convention4u 2018

Es gibt zwei Veranstaltungen in Österreich, die alle, die sich mit der Tagungsindustrie auseinandersetzen, besuchen sollten. Das micelab:bodensee, ein sehr kreatives, wirklich empfehlenswertes Event, vor allem, weil es eine länderübergreifende und trotzdem regionale Veranstaltung ist – klingelt’s? Regional + länderübergreifend = Vision für die (EU) Zukunft?! Der Tourismus kann viel für das Zusammenwachsen der Menschen tun. Aber das ist ein anderes Thema.

Ich möchte hier von der Convention4u (C4U) berichten, der zweiten Must-visit-Veranstaltung des Landes, die dieses Jahr Anfang Juli in Eisenstadt stattgefunden hat. Die C4U ist aus vielerlei Hinsicht eine besondere Veranstaltung.

Die Eröffnung der Convention4u durch die Geschäftsführerin des ACB Michaela Schedlbauer-Zippusch.

Da haben wir einmal die Organisatoren, das Austrian Convention Bureau. Das ACB, wie es auch genannt wird, besteht zu einem überwiegenden Teil aus sehr jungen MitarbeiterInnen, die direkt von den FHs engagiert werden. Bei der Registrierung scheint es, wie wenn man mit ein paar Studenten redete, die einen Praktikumsjob absolvierten. Aber nein, das sind die Organisierenden. Das macht das ACB zu einer Art Praxis-Trainings-Organisation für angehende Tagungsprofis. Trotzdem, oder vielleicht vor allem deswegen, ist und war die C4U immer sehr professionell organisiert. Da können sich so manche “gstandene” Eventler ein Scheiberl abschneiden. Ich befürworte es sehr, wenn junge Menschen gefördert und gefordert werden.

Aber nun zum Programm und zur Aufgabe der C4U:

Lego & Meet the Planner

Die C4U ist für mich eine Art Probierstudio für die Tagungsindustrie. Hier werden neue Formate ausgetestet, bewertet und übernommen oder verworfen. Das ist sehr hilfreich, wenn man einen offenen Geist hat und gerne Neues kennenlernt.

Dieses Jahr gab es Veranstaltungen wie: Future Meeting Space, Lizenz zum grünen Tagen oder Artenplage Schweinehund. Die meisten Workshops wurden zweimal abgehalten, sodass sich die Teilnehmenden nicht zerreißen mussten. Was sehr hilfreich ist, wenn man sich nicht entscheiden kann.

Ich habe mir Lego Serious Play und Meet the Planner ausgesucht. Bei Lego Serious Play geht es darum, spielerisch mit Legosteinen neue Strategien, neue Produkte oder Dienstleistungen zu entwickeln oder einfach nur eine Problemstellung aus dem Weg zu schaffen. Sehr inspirierend, dabei war Lego nie mein bevorzugtes Spielzeug.

Meine Lego-Spielkameradinnen.

Außerordentlich spannend fand ich Meet the Planner. Hierbei trafen Kunden (= Veranstalter von Kongressen) auf die C4U-Teilnehmenden (Convention Bureaus, Hotels, Locations oder eben andere Veranstalter) und stellten jeweils eine Frage, die ihnen unter den Nägel brannte und die untereinander diskutiert wurde.

Es gab fünf Tische zu jeweils bis zu acht Personen, wobei die Diskutanten immer nach 25 Minuten wechselten. Diese Form des Workshops war anstrengend, weil man intensiv mitdenken musste, aber auch erhellend, weil ich mir manchmal dachte: “Na dieses Problem wirst einfach akzeptieren müssen …” Was sich dann, nach einigen Fragen und anschließender reger Diskussion (natürlich) als Blödsinn herausstellte.

Meet the Planner, vorgestellt vom Leiter des Vienna Convention Bureau Christian Mutschlechner.

Am Nachmittag stand das ConventionCamp (Barcamp) auf dem Programm, bei dem Fragen der Teilnehmenden in kleineren Gruppen diskutiert wurden. Bei dieser Form bin ich mir noch nicht sicher, ob sie mir gefallen hat, da es sehr viele unterschiedliche Gruppen gab und oft die Person, die die Frage in einer App gestellt hatte, bei der Gruppendiskussion nicht anwesend war, was den Einstieg etwas holprig machte. Halt, ich revidiere, die Form gefällt mir, aber die Umsetzung müsste eventuell anders laufen. Keine anonyme Fragestellung und diejenigen, die die Frage gestellt haben, sollten erklären, wie sie die Frage meinten. Das wäre hilfreich. Bei der Diskussion rund um einen WOW-Effekt bei Events kam zum Beispiel heraus, dass für einige: “Wenn alles so funktioniert, wie ausgemacht” schon ein WOW-Effekt ist. Na ja, da hat wohl jeder eine andere Messlatte. Und was sagt uns das über die Veranstalter/Locations/Technik/Caterer?

Fazit

Von den drei Tagen war ich nur einen Tag bei der C4U, deshalb ist mein Bericht nicht ganz vollständig. Am ersten Tag, an dem ich nicht anwesend war, soll es hervorragenden burgenländischen Wein gegeben haben. Ach ja, wenn man nur alles haben könnte.

Da ich schon einige C4U besucht habe, kann ich sagen, was sich getan hat. Die Workshops sind meiner Meinung nach anspruchsvoller, es muss mehr getan werden. Vor ein paar Jahren gab es mehr Workshops, bei denen man sich einfach nur berieseln lassen konnte. Wobei “Hauptsache, ich muss nichts tun” auch bei dieser C4U zu hören war.

Ich hatte sogar meinen persönlichen WOW-Effekt. Nach all den Jahren, in denen Social Media und Online-Portale schon Thema sind, gibt es anscheinend immer noch Hotels, die vollkommen ahnungslos sind, wie sie damit umgehen sollen. Ich bin gespannt, wie lange es noch dauert, bis die Hotellerie erkennt, dass Marketing zuerst etwas mit allem, was online passiert, zu tun hat und erst danach mit dem, was übrig bleibt.

Eine Anregung fürs nächste Mal sei zum Schluss noch erlaubt. Die Pausensnacks zwischen den Workshops habe ich bei der C4U schon mal kulinarisch ausgereifter erlebt. Und, obwohl es wirklich viele Kaffeekannen gab – so wenig Kaffee wie an diesem Tag habe ich zuletzt als 12-Jähriger getrunken.

Trotzdem: Schickt eure Leute zur nächsten Convention4u, das Programm ist sehr gut und die Gelegenheit, sein persönliches Netzwerk zu erweitern ist ausgezeichnet.

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