20. Januar 2009 | 10:36 | Kategorie:
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Klimawandel & Wintersport

Es ist zweifellos ein ausgesprochen heikles Thema, das in Touristikerkreisen regelmässig für Unmut sorgt: die Auswirkungen des Klimawandels auf den Schneesport und damit auf den Tourismus in zahlreichen Alpenregionen. Vor allem wenn die Temperaturen, so wie in den vergangenen Wochen, tief sind und die Beschneiungsanlagen auf Hochtouren laufen können, erntet man im besten Falle Kopfschütteln. Klimawandel? Nicht bei uns!

Doch wäre es nicht gerade für jene Regionen, die bis zu 90 (!) Prozent ihres Jahresertrags zwischen Dezember und April machen und den Erfolg ihrer Destinationen auf dem Schneesport aufgebaut haben, hoch an der Zeit, sich Gedanken über die Sicherung ihrer Infrastrukturen und damit ihres Geschäfts zu machen? Denn wir reden ja nicht davon, dass in ein paar Jahren die Palmen zwischen den Liftstützen wachsen. Wir müssen darüber reden, in welchen Regionen zu welchen Bedingungen Winter- und Schneesport mittel- und langfristig (noch) möglich sein wird. Wir müssen darüber nachdenken, welche Investitionen notwendig sein werden, um die Infrastrukturen in den alpinen Regionen zu sichern. Und wir müssen Anpassungsstrategien für jene, tiefer gelegenen Regionen entwickeln, die künftig nicht mehr auf das touristische Zugpferd Wintersport setzen können.

Das Institut für Natursport und Ökologie an der Deutschen Sporthochschule Köln ist seit Jahren ein Vorreiter auf diesem Gebiet. Unter zahlreichen anderen Forschungsprojekten sei ein aktuelles herausgegriffen, das sich mit der „Anpassung des Wintersporttourismus in den deutschen Mittelgebirgen an Klimwandel und Witterungsvariabilität“ befasst. Die Projektergebnisse werden in wenigen Wochen vorliegen. Man darf gespannt sein!

24. Januar 2009, 17:54

Derzeit werden etwa die Hälfte der NÄchtigungen Österreichs im Winter und die andere Hälfte im Winter erzielt. Wir befinden uns derzeit gerade in einer Phase, wo die aus mehrjähriger Perspektive steigenden Winternächtigungen dabei sind, die Sommernächtigungen zu überholen. Dazu kommt noch, dass die Wertschöpfung einer Winternächtigung höher als im Sommer ist und die Destinationen, deren Gästeaufkommen vor allem aus der Winterattraktivität rührt gemessen an wirtschaftlichen Kennzahlen deutlich vorne liegen (Arlberg, Ischgl, Stubaital etc.), während Sommerdestinationen mangels Rentabilität der betrieblichen Investitionen deutlich ins Hintertreffen kommen (Wörthersee, Seenregionen des Salzkammerguts). 2008 beispielsweise wurden nur mehr etwa 2 % der Mittel, die in Tourismusvorhaben investiert wurden, in reinen Sommerdestinationen eingesetzt.

Aus diesem Grund sind wir gut beraten, rechtzeitig solange die Geldquellen in der Wintersaison noch einiger maßen sprudeln, dafür zu sorgen, dass der Winter in den Alpen längerfristig attraktiv bleibt aber auch ergänzend zum Skifahren und Langlaufen Winterattraktivitäten geschaffen werden. Ansonsten erleiden auch unsere Winterdestinationen das Schicksal des Wörthersees, wo Beherbergungsbetriebe mangels anderer Perspektiven Teile ihrer Kapazitäten als Zweitwohnungen verramschen, um noch einmal Geld zu verdienen. Die langfristigen Perspektiven dieser gemischt genutzten Immobilien (Appartments im Wohnungseigentum und Hotel) sind jedoch durchwegs wenig erfolgversprechend.

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Die hohen Energiekosten...
  • ...müssen die Tourismusbetriebe großteils selbst schlucken.
  • ...müssen vom Staat abgefedert werden.
  • ...müssen auf die Preise umgelegt werden.
  • ...werden uns erhalten bleiben.
  • ...sind nur durch nachhaltige Lösungen zu senken.
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