19. April 2019 | 14:00 | Kategorie:
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Nächtigungsstatistik oder die Qual der Zahl…

Über die fehlende Aussagekraft von Nächtigungszahlen

Kaum ein Bericht über den Tourismus, der sich nicht irgendwann auf (negative oder positive) Nächtigungsstatistik reduziert.

Seit vielen Jahren wird bereits darauf hingewiesen, daß Umsatz, Auslastung, Wertschöpfung etc. doch wesentlich mehr Aussagekraft darüber haben, wie es um Erfolg oder Mißerfolg tatsächlich bestellt ist.
Die mediale und öffentliche Wahrnehmung schaut aber nach wie vor völlig anders aus.
Kaum ein Medium oder Stammtischgespräch scheint in der Lage oder willens, über etwas anderes als Nächtigungsstatistik zu berichten oder zu diskutieren.
Notiz am Rande: Abhängig vom Ergebnis wird dann noch der vermeintlich „Verantwortliche“ gesucht – im Erfolgsfall die Wirtschaft, im Mißerfolgsfall das „falsche“ Marketing einer ÖW und/oder LTO und/oder DMO….

Es geht auch anders!

Umso wohltuender ergeht es den Tiroler Tourismusverantwortlichen, die sich, nicht zuletzt durch die Auswertungen von Tirol Tourism Research auf wesentlich fundierteres Material stützen und so auch die (richtigen) Rückschlüsse ziehen können.

Wer sich professionell und intensiv mit Tourismus beschäftigt ( was man u.a. auch von Medien des Landes erwarten könnte), weiß längst, daß es zahlreiche Auslöser und Messfaktoren gibt, um die Entwicklung der Tourismuswirtschaft bemessen zu können! Manchmal scheint es hier auch durchaus am Willen oder der Fähigkeit zu detaillierter Analyse zu fehlen?

Aber auch im Masterplan Tourismus  des BMNT finden neue Erfolgsfaktoren ihren Platz. So soll künftig das Tourismus Satellitenkonto hierfür herangezogen werden.

Welche Faktoren spielen eine Rolle?

Ferienzeiten, Feiertagskonstellationen, neue oder weggefallene Betten, neue Leitinfrastrukturen und nicht zuletzt die Witterung uvm. – all das beeinflusst Nächtigungsergebnisse. Wesentlich interessanter und aussagekräftiger sind jedoch Umsatzentwicklungen ( z.B.pro Bett ) oder die Entwicklung von touristischen Abgaben und Steuern und Vollbelegstage.
Etliche dieser Zahlen sind durchaus öffentlich verfügbar und können somit leicht bei der Erfolgsmessung und Berichterstattung Berücksichtigung finden.

Florierender Tourismus bringt hohe Freizeitqualität

Generell ist in diesem Zusammenhang festzuhalten, daß sich der Erfolg von Destinationsmanagement darüber hinaus NICHT in Nächtigungszahlen messen lässt. Wesentlich deutlicher zeigt sich dies an einer langfristig ausgerichteten Angebots-, Qualitäts- und Entwicklungsstrategie. Von einer solchen kann, neben der Wirtschaft, auch die Bevölkerung massiv profitieren und daran partizipieren.
Loipen, Radwege, Bäder, Lifte, zahlreiche Events – von Brauchtum bis Open Air –  und noch vieles mehr gäbe es in vielen Teilen des Landes OHNE funktionierenden Tourismus nicht!
Dies wiederum manifestiert sich dann in der Erkenntnis, daß sich Tourismus positiv auf Wohlstand und Freizeitangebot auswirkt, und somit auch ALLE angeht.

Jedenfalls schaut es ganz danach aus, daß, im Land des „Tourismusweltmeisters“ Österreich, Erfolg auch schon bald an wirklich relevanten Zahlen bewertet wird – oder?

 

19. April 2019, 23:59

Danke Gernot für deinen Beitrag, dem ich auf weite Strecken zustimme.

Es ist richtig, dass die mediale und öffentliche Meinung zum Tourismus (und die Stammtischdiskussionen) vom Nächtigungsdenken bestimmt werden. Die Frage ist jedoch, wo das herrührt. Bekommen die Medien von den Touristikern (WKO, LTO, DMO) wesentlich mehr geliefert als Nächtigungszahlen? Ich denke nein! Und das zum Teil Monat für Monat, sobald die Statistik Austria ihre Daten preisgibt. So manche WKO-Bezirksstelle, so manche LTO und so manche DMO hat es darin zu einer wahren Meisterschaft gebracht. Das bedeutet, dass die mit Schlagseite behaftete Meinungsbildung durchaus auch hausgemacht ist und es primär an den Touristikern liegt, hier gegenzusteuern.

Die gängigen regionalen – aber auch überregionale – Medien übernehmen in der Regel das, was ihnen in Presseaussendungen und Pressegesprächen geliefert wird. Und das sind meist Nächtigungszahlen bzw. davon unmittelbar abgeleitete Daten zur Herkunft der Gäste, zur Aufenthaltsdauer oder zur Bettenauslastung. Von den allermeisten Journalisten – ausgewiesene Fachjournalisten ausgenommen – ist nicht zu erwarten, dass sie weitergehende ökonomische Berechnungen anstellen. Diese Zahlen müssen ihnen schon geliefert werden und, wie du schreibst, sind etliche davon öffentlich verfügbar. Wenn die Tourismusverantwortlichen in dieser Richtung Erfolg haben wollen, werden sie wohl gut daran tun, den Medien die wirklich aussagekräftigen Informationen in einer adäquaten Form zur Verfügung zu stellen.

Die Angaben im Tirol Tourism Research (TTR) sind ohne Zweifel hilfreich und weiterführend. Derartige Berechnungen, die es ja auch nicht nur hier und erst seit heute gibt, stehen in der Regel aber nur einmal im Jahr oder bestenfalls saisonal zur Verfügung. Und um die Intervalle in der Medienarbeit möglichst kurz zu halten, wird dann doch so mancher wieder auf Daten mit reduziertem Aussagewert, also reine Nächtigungszahlen, zurückgreifen.

20. April 2019, 9:57

Hallo Peter,

ich bin voll bei Dir, daß Qualität und Inhalt der versandten Mitteilungen einen wesentlichen Teil dazu beitragen, worüber berichtet wird. Hier ergibt sich aber eine interessante Wechselwirkung: einerseits wird (meist) nichts anderes ausgeschickt, andererseits wird aber auch kaum etwas anderes abgefragt – und selbst, wenn mehr Daten verschickt wurden, wird dies wiederum in der Berichterstattung auf den kleinsten (verständlichen?) Nenner runtergebrochen – die Nächtigungszahl…

Es liegt absolut an der Branche selbst, zu gestalten, worüber künftig berichtet werden kann. Es macht definitiv keinen Sinn, monatliche Jubelmeldungen zu versenden, deren Informationsgehalt auf etlichen Hintergrundfakten beruht, welche wiederum in der reinen (Nächtigungs)Statistik keine Berücksichtigung finden und somit gegen Null tendierende Aussagekraft besitzen. Abgerechnet wird, wie auch im Fußball, bekanntlich immer erst am Ende der Saison, auf einer Zwischenführung in Runde 23 kann sich selbst die beste Fußballmannschaft nicht ausruhen ;-).
Und wahre Erfolgsgeschichten sind obendrein meist das Ergebnis jahrelanger Arbeit und keine Momentaufnahmen!

Auswertungen machen nur im mehrjährigen Vergleich Sinn, max.saisonale Entwicklungen können im Sinne von erkennbaren Trends dar- und gegenübergestellt werden.
Die monatliche Jubelmeldung (die „interessanterweise“ nur im Erfolgsfall stattfindet) kann jedenfalls, sofern noch praktiziert, raschestmöglich schubladisiert werden! Wenn dann auch noch Medien und so mancher Politiker als „Verkünder“ dieser Zahlen in dieselbe Kerbe schlagen, werden dann vielleicht endlich Äpfel mit Äpfeln und Birnen mit Birnen verglichen, basierend auf einem soliden und aussagekräftigen Zahlenfundament…..die Basis dafür wurde sicherlich im Plan T einmal mehr gelegt!

Tourismus hat so viel mit Emotionen zu tun, die seit Jahrzehnten stattfindende Reduktion auf Nächtigungszahlen hat sich die gesamte Branche, wenn auch selbst mitverursacht, nicht verdient.
Eine ganzheitlichere Betrachtung des Themas Tourismus als Wohlstands- und Infrastrukturmotor könnte obendrein so manches Auge weit öffnen, worum es wirklich geht….in diesem Sinne freue ich mich auf eine weiterhin positive Entwicklung unserer gesamten Branche!

23. April 2019, 9:45

Meine Herren,

die Statistik Austria veröffentlicht lt. Tourismusstatistikverordnung monatliche Nächtigungszahlen, weil sie verfügbar sind und an Eurostat geliefert werden müssen. Damit wird seit Jahrzehnten der aufwändige, immer gleiche Kommunikationsreigen zur Nachfrageentwicklung auf den verschiedensten Ebenen (Interessenvertretungen, Bundespolitik, Landespolitik, …) in Gang gesetzt. Veröffentlicht die Statistik Austria, müssen auch die Landesstatistik, die Interessenvertretung usw..
Jeder Vorstoß, dieses Ritual einzustellen – zuletzt mein Vorschlag im Fachbeirat für Statistik im November 2017 – wird mit dem Hinweis auf die gesetzliche Grundlage abgelehnt. An der Börse mögen Quartalsberichte von Unternehmen reichen, für den Tourismus sind monatliche Pressemeldungen zu den Monatszahlen – so scheint es – nötig? Wozu denn? Diese Frage hat mir noch niemand beantwortet.

Sollte sich an der monatlichen Berichterstattung über die Befindlichkeit des österreichischen Tourismus auf der Basis von hochgerechneten Zahlen der Nächtigungsstatistik nichts ändern, werden die anderen Indikatoren weiterhin mäßig relevant sein. Hier gebe ich Peter Haimayer völlig recht.
Für die Berechnung von Tourismusausgaben, Wertschöpfung etc. braucht es Grundlagendaten und methodisch nachvollziehbare Schätzungen. Und die sind eben nicht einfach verfügbar, schon gar nicht monatlich oder auf Ebene der Bundesländer.

Dass im Plan T erstmals von einem Indikatorensystem die Rede ist, kann Anstoß sein für eine differenzierte Auseinandersetzung mit der Frage, ob und in welchem Maße sich der österreichische Tourismus nachhaltig entwickelt.

23. April 2019, 16:02

Nächtigungszahlen werden u.a. deshalb herangezogen weil sie verfügbar und für jedermann begreifbar sind. Mit Begriffen wie Wertschöpfung oder Umsatz oder gar Cashflow tun sich viele außerhalb eines kleinen Kreises von Fachleuten schwer.

Allerdings liegt es natürlich an den Touristikern ein Set von Kennzahlen als notwendig für die Information und die Steuerung zu definieren und dann darüber nachzudenken, wie sie erlangt oder verlässlich hochgerechnet werden können. Spannend wäre da neben den Nächtigungsziffern schon einiges wie etwa der wirtschaftliche Erfolg der wesentlichen Angebotsträger, Wertschöpfung der Region, Beschäftigungsstand und Lohnniveau, Gästezufriedenheit und Nutzungsentwicklung von infrastrukturellen Einrichtungen, Entwicklung von Zweitwohnungen etc.

Da könnte man dann auch darüber berichten, dass etwa der Jubel über Nächtigungszuwächse in Wien zu relativieren ist, wenn im Wiener Umland mangels Nachfrage Betriebe zusperren. Ähnliches gilt auch für die Seengebiete des Salzkammergutes wo bislang bestehende Gasthäuser zu Zweitwohnsitzen umgebaut werden. Aber das ist ja nur einer von vielen Aspekten, die außerhalb der öffentlichen Wahrnehmung stattfinden.

2. Mai 2019, 15:30

Nur Erfolgsdarstellung gefragt

Von Günther Greul, TAI Redaktion

Dass Nächtigungs- und Gästezahlen alleine keine ausreichende Basis zur Darstellung der wirtschaftlichen Situation der Tourismuswirtschaft sind, wissen auch die meisten Journalisten. Seit Jahrzehnten wird nach Alternativen oder Ergänzungen gesucht, es gibt einfach keine anderen validen, glaubwürdigen und vergleichbaren Daten, die sich auch wirtschaftlich wenig ausgebildeten Lesern vermitteln lassen.
Die Bereitschaft der Betriebe, relevante Zahlen aus dem eigenen Bereich zur Verfügung zu stellen, war immer enden wollend. Schon vor Jahrzehnten veranstaltete die ÖHV einen jährlichen Betriebsvergleich. Er wurde schließlich sang- und klanglos eingestellt, weil immer weniger Betriebe bereit waren, Daten bekannt zu geben und Vergleiche schließlich nicht mehr sinnvoll waren.
Seit vielen Jahren lässt ebenfalls die ÖHV eine „Destinationsstudie“ erarbeiten, die ein Ranking der Entwicklung der Tourismusregionen zum Ziel hatte. Bis sich herausstellte, dass die regionalen Wertschöpfungsdaten, die dafür verwendet wurden, schon auf Grund extrem unterschiedlicher Erhebungsmethoden nicht vergleichbar waren. Auf diese wurde schließlich verzichtet. Die Studie verwendet nur mehr „öffentlich zugängliche“ Daten, ist zwar nach wie vor das Beste (und Einzige), was es auf diesem Sektor gibt, aber mit entsprechend reduzierter Aussagekraft.

Ein für die Hotellerie aussagekräftiger Wert ist der REVPAR. Von ein paar Ketten abgesehen, die damit ihren wachsenden Erfolg präsentieren möchten, gibt es kaum Betriebe, die bereit sind, diesen Wert bekannt zu geben. Nur für die Wiener Beherberger gibt es ihn: Wien ist das einzige Bundesland, das die Ortstaxe vom netto – Beherbergungsumsatz berechnet, aus den Ortstaxeneinnahmen lassen sich Beherbergungsumsatz und REVPAR einfach berechnen. Allerdings wird der REVPAR unterschiedlich definiert, häufig sind im Umsatz Verpflegungsbestandteile (Frühstück) inkludiert. Die Vergleichbarkeit ist daher stark eingeschränkt.

Die besten betriebswirtschaftliche Daten kann die Tourismusbank ÖHT zur Verfügung stellen, die seit 2015 gemeinsam mit ÖHV und Kohl&Partner das „Hotelcockpit“ erstellt. Ausgewertet werden die Daten von 416 Betrieben der Top –Ferienhotellerie (4 + 5 Sterne), für die 9 Kennzahlen (Umsätze, Kosten, GOP) berechnet werden. Für ein Gesamtbild der Tourismuswirtschaft reicht das nicht aus.

Auf der Suche nach brauchbaren Daten kam man im Zuge des „Plan T“- auf das Tourismus Satellitenkonto. Das gibt es seit ziemlich genau 20 (!) Jahren. Erarbeitet wird es von Statistik Austria und WIFO, im Auftrag des Wirtschaftsministeriums, ist also längst bekannt. Dass bisher nur ein einziger Wert, nämlich der Beitrag des Tourismus zum BIP in der Höhe von etwa sieben Prozent, in die öffentliche Darstellung fand, hat einen guten Grund: Die Berechnung ist für Laien undurchschaubarer wirtschaftstheoretischer Woodoo. Aber auch Auskenner habe ihre Einwände: Das Ziel ist, die Auswirkungen des Tourismus auf andere Wirtschaftszweige darzustellen, wie z.B. auf den Transportsektor. Nicht nur der Tourismus, auch viele andere Branchen reklamieren einen Teil von dessen Wertschöpfung für ihren Bereich. Wieviel das ist, sind zum Teil abenteuerliche Schätzungen und Hochrechnungen. Und wenn man versuchen würde, alle diese Anteile zusammen zu zählen und dazu noch die 100 Prozent der Transportwirtschaft selbst rechnet, wo die Wertschöpfung tatsächlich real stattfindet, ergibt sich eine wunderbare BIP – Vermehrung.
Unter diesen Vorgaben die angepeilte „Regionalisierung“ des Tourismus – Satellitenkontos zu einem brauchbaren Ergebnis zu bringen, ist in den letzten zwei Jahrzehnten nicht gelungen und offensichtlich eine Herausforderung. In Tirol dürfte man beim „Tirol Tourism Research“ am weitesten sein, das Projekt „Destination Performance“ – eine reduzierte Variante eines Satellitenkontos“ – weist die aktuellsten Ergebnisse für das Jahr2013 aus. Die Tirol Werbung, die eine besonders ausführliche Auswertung des Datenmaterials darstellt, konzentriert sich fast ausschließlich auf Nächtigungs – und Gästezahlen. Und auf diese kann man sich auch nicht immer verlassen: Eurostat weist beispielsweise für Österreich um rund 20 Prozent niedrigere Nächtigungszahlen aus, als die Statistik Austria, weil der gesamte Privatvermietersektor ausgeklammert wird.

Das Problem bei der Statistik liegt vor allem darin, dass die Daten – nicht nur im Tourismus –als Marketinginstrumente angesehen und auch so genutzt werden. Verluste sind nicht sexy, nur Positives ist attraktiv. Ein Vergleich von Prognosen mit den Saisonendergebnissen ist oft überraschend, es interessiert sich aber kaum jemand dafür. Offenbar weil man sich auf dieses Desinteresse verlassen kann, entstehen Studien, die einem zweiten Blick nicht standhalten. Sportminister H.C. Strache zitierte kürzlich eine Studie eines durchaus renommierten Institutes, die den Sporttourismus in Österreich mit großem Abstand zum Europameister erklärte: 58 Prozent aller Nächtigungen und damit aller mit diesen in Zusammenhang stehenden wirtschaftlichen Ergebnisse des Tourismus bis zur Wertschöpfung würden durch sportliche Aktivitäten ausgelöst. In Kurzform, wie es zu diesem auch für Laien als unsinnig erkennbare Wert kam: Bei einer Gästebefragung führten 58 Prozent „Wandern“ als bevorzugte Urlaubsbeschäftigung an. Messerscharfer Schluss: 58 Prozent Wanderer = 58 Prozent Sportler = 58 Prozent der Nächtigungen gehören zum Sporttourismus.

Man sollte sich keine Illusionen machen: So wie beim Sport und den meisten anderen Wirtschaftszweigen ist auch beim Tourismus das Hauptziel der Suche nach aussagekräftigen Indikatoren – so steht es im „Plan T“ – die „Darstellung der Bedeutung des Tourismus für die Entwicklung regionaler Lebensräume“. Glücklicherweise findet dieser Sektor auf Grund seiner Leistungen bereits so breite Anerkennung, dass er auch eine längere Durststrecke bei der Suche überstehen wird. Umso mehr, als zur „Messung der Beliebtheit und der Leistungsfähigkeit auch weiterhin Ankünfte und Nächtigungen“ erhoben werden.

3. Mai 2019, 12:10

Herzlichen Dank Herr Greul für ihre ausführliche Darstellung, in der sich Wissen und Erfahrungen eines langjährig tätigen Fachjournalisten widerspiegeln. Wertvoll und aufschlussreich zugleich ist ihr Rückblick auf die diversen Bemühungen um eine aussagekräftige Darstellung der wirtschaftlichen Leistungen des Tourismus, speziell der Beherbergung. Vor diesem Hintergrund machen Sie auch klar, warum man schlussendlich immer wieder auf die allgemein zugänglichen Zahlen zurückkommt – und das sind eben die Nächtigungen. (Meldegesetz sei Dank!)

Ich denke im Beitrag von Gernot Riedel und in einigen Kommentaren zielt die Kritik nicht in erster Linie auf die Verwendung der Nächtigungszahlen ab, sondern auf den Umgang damit, wie z.B. die landauf landab geradezu gebetmühlenartigen Presseaussendungen und Präsentationen, sobald die Statistik Austria die Daten freigibt.

Zwei Aspekte, die Sie in ihrem letzten Absatz ansprechen erscheinen mir bezeichnend und bemerkenswert. Beide sind aus marketingtechnischer Sicht nachvollziehbar, sie machen den kritischen Beobachter des Geschehens aber immer wieder stutzig: Da ist zum einen die Tatsache, dass über die Diskrepanz zwischen Prognosen und tatsächlichen Ergebnissen gerne hinweggegangen wird – sei es bewusst oder aus Bequemlichkeit. Und da ist zum anderen die Vergewaltigung von Nächtigungszahlen, die mangels anderer Daten für alles Möglich herhalten müssen, wie Sie am Beispiel der Studie zur Bedeutung des Sporttourismus in Österreich zeigen.

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