13. Mai 2019 | 06:11 | Kategorie:
1

Zweitwohnsitzabgabe in Tirol

Das Thema der Zweit- und Freizeitwohnsitze schlägt in tourismusintensiven Bundesländern immer wieder hohe Wellen. Schließlich werden rd. 25 % der Nächtigungen im Alpenraum in Zweitwohnsitzen erbracht. Das Thema der Zweitwohnsitze wird daher aus touristischer Sicht durchaus kontrovers gesehen:

  • Die überwiegend „kalten“ Betten verbrauchen Landschaft, belasten die örtliche Infrastruktur und verstärken üblicherweise die ohnedies schon belasteten Saisonspitzen.
  • Die Nachfrage nach Zweitwohnsitzen verteuert die Grundstücks- und Wohnungspreise sowohl für Einheimische als auch für das dringend gesuchte Personal. Die Mitarbeiter können oft nur mehr über langwieriges Einpendeln zur Arbeitsstelle gelangen, weil in den touristischen Hotspots leistbares Wohnen kaum mehr möglich ist.
  • In letzter Zeit populär gewordene Modelle wie Buy-to-let oder Buy-to-use haben die Investitionstätigkeit in touristischen Gebieten befeuert und neue Angebote entstehen lassen.
  • Unternehmervertreter in der Schweiz verweisen darauf, dass man ohne die Schaffung von Zweitwohnsitzen den bestehenden Hotelbetrieben die Möglichkeit nähme mittels Quersubventionierung aus dem Verkauf von Zweiwohnsitzen wenig rentable Hotelbetriebe am Leben zu erhalten.

Die Tiroler Regelung ist auf „echte“ Zweitwohnsitze ausgerichtet und berücksichtigt nicht den weitaus größeren Bestand an verdeckten „unechten“ Zweitwohnsitzen, die – oftmals geduldet von den Bürgermeistern – weiterhin im Schatten gedeihen. Die Ambition der Bürgermeister Zweitwohnsitze als Hauptwohnsitze durchgehen zu lassen ist nach wie vor vorhanden. Schließlich bringt  es Vorteile im Finanzausgleich, auf eine große Zahl von Hauptwohnsitzen in der Gemeinde verweisen zu können.

Die in Tirol beschlossene Maßnahme, die Abgaben von etwa EUR 100 bis mehr als 2.000 pro Unterkunft und Jahr vorsieht, ist wohl eher als fiskalische Maßnahme zu verstehen, die zusätzliches Geld in die Gemeindekassen bringen soll. Schließlich werden die angeführten Geldbeträge für jemand, der eine Wohnung in Millionenhöhe kaufen kann, kaum entscheidend dafür sein, von einem Ferienwohnsitz in Österreich Abstand zu nehmen. Diese Bestimmung ist also nicht darauf ausgelegt, die Zahl der Zweitwohnsitze zurück­zudrängen oder gar entscheidende Schritte gegen als Hauptwohnsitz getarnte Zweit­wohnsitze zu setzen.

15. Mai 2019, 14:08

Das heißt für diese Besteuerung : Ist die Gemeinde finanziell ein wenig knapp bei Kasse, genehmigt sie einfach eine neue Ferienanlage. Wie ist das nochmals mit den Lenkungseffekten von dieser Besteuerung?

Weiters sind die Einheiten in Buy-to-let/Investorenmodellen von dieser Steuer ausgenommen, da nur der Abgabengegenstand für die Verwendung eines Wohnsitzes als Freizeitwohnsitz verankert ist…….

Kommentieren

Ihre Daten werden im Rahmen der Kommentarfunktion gespeichert, darüberhinaus aber für keine weiteren Zwecke verwendet. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Kommentar zurücksetzen

TP-Blog teilen

Kalender

    August 2019
    M D M D F S S
    « Jul    
     1234
    567891011
    12131415161718
    19202122232425
    262728293031