27. Oktober 2023 | 11:56 | Kategorie:
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Tourismusvisionen (3)

Steuerhölle und Sozialparadies oder Sozialhölle und Steuerparadies: Bleibt es beim Entweder – Oder?

Besonders für dienstleistungsintensive Branchen ist die Beantwortung dieser Frage eine Entscheidung über den Fortbestand nicht weniger Unternehmen. Im Herbst dominiert daher stets die Berichterstattung über die Sozialpartnerverhandlungen. Branche für Branche lesen wir die Argumente der Einen (Produktivität) und der Anderen (Kaufkrafterhalt). Je nachdem, welches Medium man konsumiert, dominiert da die eine Sichtweise, dort die andere. Das Problem dabei: Beide Standpunkte haben nicht nur etwas für sich, sie sind jeweils für sich betrachtet durchaus „richtig“.

Die Lösung des Problems? Und jetzt lehn ich mich weit hinaus gegen den „Mainstream Wind“: Ein Bedingungsloses Grundeinkommen (BGE) würde die meisten der vorgebrachten Argumente beider Seiten berücksichtigen. Wie aber leider bei allen aktuellen, gesellschaftspolitisch relevanten Themen (Migration, Corona, Klima, Ukraine-Krieg, Nahost-Konflikt, Energiekrise, Inflation…) gibt es meist nur „Überschriften-Wissen“. Daraus entwickelt sich viel zu schnell ein polarisierender „Mainstream-Glaube“.

Ich habe die verschiedenen Modelle zum BGE lange und grundlegend analysiert: Eines davon scheint die individuelle Leistungsbereitschaft der Mitarbeiter*innen und die Produktivität der Unternehmen tatsächlich gut miteinander zu verbinden. Das vergleichende Studium der BGE Modelle dauert allerdings Monate. Im Detail verstanden hat die Unterschiedlichkeit hierzulande kaum jemand. Die Berichterstattung, auch der sogenannten Qualitätsmedien, beschränkt sich meist auf Teilaspekte. Für Betriebe und Beschäftigte im Tourismus wäre ein BGE wahrscheinlich die Lösung vieler aktueller, offen gebliebener Herausforderungen.

An Argumenten interessiert?

Wer nimmt sich die notwendige Zeit für eine umfassende Klärung der Für und Wider bei den unterschiedlichen  Modellen?

28. Oktober 2023, 13:21

Beim BGE werden viele Menschen noch weniger Wochenstunden arbeiten. Wer putzt den Kanal, stellt sich bei -15°C auf den Müllwagen, oder schneidet 8 h am Tag Fleisch in der Fabrik, wenn mit dem BGE solchen Jobs ausgewichen werden kann.
Wir haben bei 9 Mio Menschen mit EU / Bund / Land 3 Regierungsebenen, eine ineffiziente Verwaltung und Steuerverschwendung, die ihresgleichen sucht.
Was es braucht?
Fleiss belohnen mit steuerfreien Überstunden, Pensionisten einen Freibetrag geben für Zuverdienste.
Nettolohn rauf bei gleichem Brutto – die Inflationsspirale würde durchbrochen, aber der Staat müsste endlich sparen und vielleicht Spekulation besteuern? Produktpreise (auch für Häuslbauer) würden sich nicht so extrem verteuern, und die Wettbewerbsfähigkeit würde mit niedrigeren Lohn-Stückkosten international nicht untergraben werden.
Wir haben überall höchste Steuersätze, kriegen aber jedes Jahr weniger Leistung (Gesundheitsbereich, Bildung, Sicherheit,……) es ist zum Schämen! Nur die Meinung eines kleinen Hoteliers!

30. Oktober 2023, 16:06

Hallo lieber AINO!
Das Problem ist halt, dass Sie eine ganz bestimmte Vorstellung von einem BGE haben. Die ist, glauben Sie mir, ganz sicher nicht meine. Es gibt viele Modelle, aber die sind nicht miteinander vergleichbar. Die meisten sind zu wenig zu Ende gedacht und so kommen Sie wahrscheinlich zu Ihrer Einschätzung….
Bei dem Modell das ich zur Diskussion stelle, wird ganz sicher nicht weniger gearbeitet oder die Leistungsbereitschaft sinken. Steuer auf Arbeit gibt es dabei überhaupt keine mehr. Die Finanzierbarkeit muss garantiert und ein vollkommen neues Steuersystem in Betracht gezogen werden.
Durch Corona und co. sind das Konzept und die Diskussion darüber leider in Vergessenheit geraten.

30. Oktober 2023, 17:55

Lieber Herr Zellmann,

wie Sie richtig schreiben, hat jeder von uns so seine Vorstellungen von einem bedingungslosen Grundeinkommen. Das macht Diskussionen darüber, auch an dieser Stelle, schwierig. Hilfreich wäre daher, wenn Sie das von Ihnen vorgeschlagene Modell näher vorstellen oder – weil das wahrscheinlich den Rahmen sprengt – auf eine Seite zum Thema verlinken könnten.

1. November 2023, 14:01

Lieber Herr Kepplinger,
nach drei Jahren relativer Diskussionspause, wird das von mir als Diskussionsgrundlage präferierte Modell gerade adaptiert. Sobald diese Aktualisierung fertig ist, werde ich sie im Blog verlinken.

1. November 2023, 17:13

Lieber Herr Zellmann,
vielen Dank – das freut mich!

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