24. Mai 2024 | 09:58 | Kategorie:
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Kooperation war gestern – es lebe die Coopetition!

Der Österreichische Tourismustag ´24 ist inzwischen Vergangenheit, und es hat mich sehr gefreut, wieder mal dabei zu sein im Kreis so vieler netter Kolleg:innen! Hier ein kurzes Resümee aus meiner ganz persönlichen und natürlich höchst subjektiven Sicht dazu. Und auch der Titel diese Beitrags gibt natürlich nur einen ganz kleinen Auszug der präsentierten Inhalte wieder….

Coopetition am Tourismustag

Voller Saal im ACV, viele bekannte Gesichter aus allen Bereichen der Branche – von Politik über Medien, DMO/LTO/NTO, Agenturen, Schüler, interessierte Privatpersonen u.v.m. strömten am Vormittag des 22. Mai in ebenjenes Austria Center. Interessante Speaker, ein tolles und aufwändiges Bühnenbild und sogar die (nicht immer) willige KI namens Chiara trugen zu einem abwechslungsreichen Verlauf des Tages bei. 

Einer der Höhepunkte war dann wohl die Präsentation der Zukunftsmap, mit manch wirklich zukunftsträchtigem Trend. Darunter solche, für die es angesichts der Sinnhaftigkeit und Notwendigkeit wohl ohnehin höchst an der Zeit war, in der österreichischen Tourismuslandschaft offiziell Einzug zu halten. Und nicht länger als Zukunftsvision, sondern vielmehr als gelebte Gegenwart praktiziert zu werden. 
Genauer gesagt geht es um das neue Wort „Coopetition“, manch alte Branchenhasen wie ich würden es vielleicht auch einfach nur Kooperation nennen *g*.

Die Zeit scheint reif

Warum ich gerade diesen Punkt hervorhebe? Weil es mich freut, dass genau dieses so sinnvolle Thema „Kooperation“ jetzt offenbar immer stärker in den Mittelpunkt rückt. U.a. durfte ich in diesem Blog bereits 2018 einen Beitrag verfassen, oder auch im Jahr 2017.

Erfreulich auch deshalb, weil ich bereits damals nicht nur von der Sinnhaftigkeit von Kooperationen überzeugt war (und nach wie vor bin), sondern weil mir, trotz vielfacher Zustimmung in der Sache, dennoch wiederholt und von mehreren Seiten erklärt wurde, „macht ja Sinn, aber“, oder „das geht nicht, weil…“.
Genau diese Killerphrasen, „aber“ oder „geht nicht, weil“ sind und waren schon immer Verhinderer von Entwicklungen, welche oftmals, Jahre später und in neuem Gewand gekleidet (oder kostspielig untermauert), dennoch das Licht der Welt erblicken durften.

Sollten wir stattdessen nicht viel öfter einfach sagen: „Geht nicht? Gibt’s nicht!“
Egal – inzwischen scheint nun die Zeit erfreulich reifer geworden zu sein: reifer für zumindest den dokumentierten Aufruf zu mehr Kooperation, in horizontaler wie auch vertikaler und überhaupt jeglicher Sicht.

Erfolgsfaktor Kooperation (neudeutsch Coopetition)

Kooperationswille statt Wettbewerbsdenken kann und wird uns im klein- und mittelstrukturierten österreichischen Tourismus nochmals ein paar Stufen nach oben bringen, keine Frage. Dass es dann dennoch nicht immer so wohl bestellt ist um diese Kooperation, hat sich aber bisher auch so manches Mal gezeigt, vor allem, wenn dann anstelle des Kooperationsgedankens doch wieder das Wettbewerbsdenken Oberhand gewonnen hat. Wie´s nicht funktioniert, weiß wohl beinahe jeder von uns aus eigener Erfahrung – also lasst uns gemeinsam FUNKTIONIEREN!

Die Sinnhaftigkeit von Kooperation steht zweifelsfrei außer Frage, und es gibt auch immer mehr (gute) Beispiele, wie sich Organisationen und Unternehmen zu gemeinsamen Projekten und Vorgangsweisen, obendrein um Wohl aller Beteiligten, bekennen können. 
In gar nicht wenigen Fällen wird dieser Kooperationswille obendrein sogar durch Fördermittel, sei es von EU/Bund/Land, versüßt – das beschleunigt dann meist dieses Miteinander beträchtlich. Das nennt sich dann geförderte Freiwilligkeit – aber das Ergebnis und der Zweck heiligt ja bekanntlich (fast) alle Mittel…..

Die Zukunft beginnt – JETZT!

Auch wenn der Föderalismus mit 9 Landes-Tourismusgesetzen in ebenso vielen Bundesländern nach wie vor blüht, so scheint doch ein Durchbruch, bei gutem Willen vieler, nahe. Dann nämlich, wenn Kooperationsgeist Regions-, Landes- oder Unternehmensgrenzen überschreitet. Und somit viel neues, fruchtbares, idealerweise zum Wohl von Gästen ebenso wie von Einheimischen, entstehen oder auch bewahrt, innoviert und vor allem finanziert werden kann. Egal ob im Marketing, in der Angebotsentwicklung, ganz zu schweigen von Digitalisierung, KI & Co. uvm.können wir durch gemeinsames Handeln, Budgetbündelung und gemeinsames TUN alle miteinander nur gewinnen! Mehr an Win-Win ist somit kaum möglich!

Synergy boosts energy!

  • Synergieeffekte nutzen, um Kosten zu senken.
  • Risiken teilen und neue Produkte oder Dienstleistungen entwickeln.
  • Wettbewerbsfähigkeit der gesamten Branche stärken –

….all das und noch viel mehr wird (schneller) möglich, wenn wir all unsere Kreativität, Entwickler- und Bewahrergeist usw. bündeln – NOW!

Also – worauf noch warten – auf in die Zukunft und let´s cooperate! Oder heißt’s jetzt doch „coopetite“….egal, Hauptsache wir TUN´s 😊

24. Mai 2024, 16:55

Auch in diesem Artikel am TP-Blog war bereits von Co-opetition / Kooperenz im Kontext von digital unterstützter Besucherstromlenkung die Rede: https://www.tp-blog.at/innovationen/schwerpunkt-nachhaltigkeit/sanfter-massentourismus

Erfreulicherweise wurde dieser und ein weiterer Beitrag vom TP-Blog in dem (im Auftrag des BMK erstellten) Bericht „IMaG:NE – Innovative Maßnahmen zur Glättung von Nachfragespitzen und Effizienten Kapazitätsnutzung“ (https://projekte.ffg.at/anhang/62a9d1f3e7bf4_IMAGINE_Ergebnisbericht_final.pdf) inhaltlich aufgegriffen — und zwar im Kontext „Regionale kooperative Digitalisierungsprojekte zur Entwicklung einer einheitlichen Plattform (Marktplatz) mit dynamischer Informationsbereitstellung für Kund:innen“:

»Während der Covid-19 Pandemie hat Kapazitätsmanagement und Besucherlenkung durch Online-Ticketing im Freizeit- und Tourismusbereich einen großen Aufschwung erfahren, da aus epistemologischen Gründen die Nutzer:innen-Zahl begrenzt werden musste. Die oftmals erstmalige Online-Only-Strategie und das Kapazitätsmanagement wurde dabei von Kund:innen-
Seite durchaus positiv bewertet (kein Anstehen bei der Kassa, keine überfüllten Freizeitanlagen) (vgl. Gespräch mit Ralf Eisenhut und Isabella Hinterleitner, 14.03.2022). Um trotzdem möglichst vielen Nutzer:innen zur Verfügung stehen zu können wurden oftmals Betriebszeiten verlängert und Schichtbetrieb eingeführt. Die Learnings und aufgebauten (digitalen) Systeme
aus dieser Zeit müssen nun weiterentwickelt und für einen Dauerbetrieb (ohne epistemologische Auflagen) konzipiert werden, um durch Kapazitätsmanagement auch Verkehrsspitzen glätten zu können. Hier gilt es zu vermeiden, dass jede Freizeiteinrichtung ein eigenes digitales Tool nutzt.

Um Verkehrsspitzen im Freizeit- und Tourismusbereich in Zukunft zu vermeiden (und damit auch Overtourism zu vermeiden und Infrastrukturen zu schonen), sind Kooperation von konkurrierenden Marktteilnehmern („Co-opetition“ / Kooperenz) notwendig (vgl. Redl 2021b). Das Ziel muss sein zumindest für ein gesamtes Tourismusgebiet (besser für ganz Österreich) eine gemeinsame digitale Plattform / Webshop als zentralen Marktplatz für alle relevanten (Freizeit-)Buchungen in der Region zu schaffen, um Kapazitäten managen und Verkehrsspitzen glätten zu können. Durch Digitalisierung werden Steuerungsmöglichkeiten geschaffen. Ziel dieser Plattform ist das vernetztes Sammeln von Daten über Kund:innen,

(1) um zielgerichtet Informationen und Angebote bereitstellen zu können (welche Angebote sind relevant für Kund:innen, was könnte interessant sein). Ausgangspunkt der Plattform ist der Online-Ticketverkauf (z.B. für bestimmte Timeslots), wo weitere Angebote andocken können: z.B. Verleih von Schi, Anreise (welcher Zug würde sich anbieten), Tisch reservieren in ei-
nem Restaurant in der Nähe …

(2) um Prognosen zur Auslastung machen zu können (basierend auf den Wetterbedingungen und den Auslastungen der vergangenen Wochen wird für diesen Tag folgende Auslastung erwartet) und ggf. Vorschlag für Alternativprogramm bzw. Alternativtag zu machen, um zeitflexible Kund:innen mittels transparenten Auslastungsinformationen Wahlmöglichkeiten zur
Verfügung zu stellen. Hier gilt es auch Möglichkeiten des dynamischen Pricings zur Kapazitätssteuerung zu testen.

Die Entwicklung der Plattform muss von einem neutralen, externen Akteur angestoßen werden, da einzelne Freizeit-/Tourismusbetriebe oftmals zu stark auf die betriebswirtschaftliche Sichtweise fokussiert sind.«

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